Spielsucht: Das Lootbox-Problem

Untersuchung der Beziehung zwischen problematischem Glücksspiel, exzessivem Spielen und dem Erwerb von Lootboxen

03.07.2021 Menschen mit Glücksspielproblemen und exzessive Spieler geben mehr für Lootboxen aus als ihre Altersgenossen laut einer in International Gambling Studies veröffentlichten Studie.

Lootboxen sind virtuelle Schatztruhen – ein (zufälliges) Computerspiel-Feature, das sich die Spieler verdienen, um Charaktere oder Waffen zu individualisieren. Diese Inhalte können den Fortschritt im Spiel beeinflussen oder einfach nur dazu dienen, Status zu vermitteln. Der Umsatz mit Lootboxen wird im Jahr 2021 wahrscheinlich 20 Milliarden US-Dollar erreichen – und damit den Umsatz von Online-Casinos in Höhe von 3,2 Milliarden US-Dollar übertreffen.

Glücksspiel, exzessives Spielen und Lootboxen

Die Studie mit dem Titel „Metaanalyse der Beziehung zwischen problematischem Glücksspiel, exzessivem Spielen und dem Erwerb von Lootboxen“ unter der Leitung von Shaun Garea vom Fachbereich Psychologie der Massey University, Neuseeland, untersuchte, ob virtuelle Gegenstände, die in Video- bzw. Computerspielen über Lootboxen erworben werden, überproportional von Personen mit Symptomen von problematischem Glücksspiel und/oder exzessivem Spielen gekauft werden.

Garea sagt, dass angesichts der zunehmenden Popularität von Spielen die Erforschung neuer Mechanismen der Monetarisierung, die derzeit nicht den gesetzlichen Definitionen von eingeschränkten Aktivitäten (wie z.B. Glücksspiel) entsprechen oder noch nicht als solche klassifiziert wurden, wichtig ist, um beste Praktiken, angemessenen Zugang und sicheres Spielen zu gewährleisten.

Die Psychologen fanden signifikante kleine bis mittlere positive Korrelationen zwischen Ausgaben für Lootboxen und einer Glücksspielsymptomatik und exzessivem Spielen.

Obwohl die vorliegenden Analysen diese Zusammenhänge [problematisches Glücksspiel und exzessives Spielen] separat untersuchen, gibt es eindeutig ein Potenzial für ein kombiniertes bzw. additives Risiko, das noch nicht identifiziert wurde, sagt der Forscher.

Kausalität unklar

Während diese Zusammenhänge nachgewiesen wurden, konnte die kausale Richtung in dieser Studie nicht festgestellt werden, fügt er hinzu. Ob problematisches Glücksspiel zu höheren Ausgaben für Lootboxen führt oder ob der Kauf von Lootboxen die Symptome problematischen Glücksspiels verstärkt, ist eine Frage, die weiter untersucht werden muss, sagt er.

Gareas Studie zeigt, dass es statistisch signifikante und klinisch relevante Zusammenhänge gibt, und als solche sollte dies wertvolle Informationen für andere Forscher, Verbraucher, Eltern und Gesetzgeber liefern, schließen die Studienautoren.

© psylex.de – Quellenangabe: Shaun Stephen Garea, Aaron Drummond, James D. Sauer, Lauren C. Hall & Matthew Neil Williams (2021) Meta-analysis of the relationship between problem gambling, excessive gaming and loot box spending, International Gambling Studies, DOI: 10.1080/14459795.2021.1914705

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