Stehen depressive Symptome mit Schlaganfallrisiko in Verbindung?

Achtjährige depressive Symptomverläufe und Schlaganfall: Eine 10-Jahres-Follow-up-Studie der HRS (Health and Retirement Study)

24.05.2022 Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen mit anhaltend starken depressiven Symptomen ein höheres Risiko für einen Schlaganfall haben können. Das Schlaganfallrisiko erhöhte sich jedoch nicht bei denjenigen, deren Symptome im Laufe der Zeit abnahmen, selbst wenn sie zu Beginn starke depressive Symptome aufwiesen.

Frühere Studien haben einen möglichen Zusammenhang zwischen Depressionen und dem Schlaganfallrisiko aufgezeigt. Ein Schlaganfall tritt auf, wenn ein Blutgefäß, das das Gehirn versorgt, entweder durch ein Gerinnsel verstopft wird oder reißt.

Bisherige Untersuchungen haben jedoch hauptsächlich depressive Symptome zu einem einzigen Zeitpunkt gemessen.

Die Studie

In der neuen in der Fachzeitschrift Stroke der American Heart Association veröffentlichten Studie versuchten die Forscher, ein umfassenderes Bild zu zeichnen, indem sie die Symptome wiederholt über einen Zeitraum von acht Jahren maßen. Sie verwendeten eine acht Punkte umfassende Skala, die unter anderem Fragen dazu enthielt, ob sich die Teilnehmer traurig oder einsam fühlten oder unruhig schliefen.

Sie untersuchten die vorhandenen Daten von 12.520 US-Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und älter ohne Schlaganfall in der Health and Retirement Study, einem umfangreichen Forschungsprojekt, das sich mit dem Altern in den USA befasst. Die Forscher erfassten die depressiven Symptome von 1998 bis 2004 alle zwei Jahre, also insgesamt vier Mal.

Schlaganfallrisiko abhängig von zunehmenden bzw. abnehmenden Depressionssymptomen

In den 10 Jahren der Nachbeobachtung hatten Menschen mit einem Muster von durchgängig starken depressiven Symptomen – definiert als drei oder mehr Symptome – ein 18 % höheres Schlaganfallrisiko als Menschen mit durchgängig geringen Symptomen, definiert als weniger als drei. Bei schwankenden Symptomen stieg das Schlaganfallrisiko um 21 %, bei zunehmenden Symptomen sogar um 31 %.

Personen, deren Depressionssymptome zu Beginn hoch waren, dann aber abnahmen, wiesen jedoch in etwa das gleiche Schlaganfallrisiko auf wie Personen mit konstant niedrigen Symptomen, sagt Studienautorin Yenee Soh.

„Wir waren überrascht, weil wir dachten, dass eine starke depressive Symptomatik zu allen Zeitpunkten ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bedeuten würde“, sagte Soh.

„Aber es ist auf eine optimistische Art und Weise überraschend, weil es darauf hindeutet, dass die Verbesserung depressiver Symptome in Bezug auf die Schlaganfallprävention beachtet werden sollte. Es könnte für Ärzte wichtig sein, die Symptome wiederholt bei mehreren Besuchen zu beurteilen“, sagte sie.

Soh sagte, die Ergebnisse könnten dazu beitragen, die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit auf psychische Gesundheit und Depressionen zu lenken. „Wenn man wiederholt unter starken depressiven Symptomen leidet, ist es wichtig zu beobachten, ob sich diese im Laufe der Zeit bessern, denn das könnte weitere Auswirkungen auf die Gesundheit haben.“

© Psylex.de – Quellenangabe: Stroke (2022). DOI: 10.1161/STROKEAHA.121.037768

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