Agoraphobie Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Agoraphobie Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Psychische Störungen – Angststörungen

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zum Thema Agoraphobie

Therapie

Therapieform?

10.03.2018 Kommentar von Marie:

Hallöchen,

ich war am Freitag zu einem Erstgespräch bei einem neuem Psychotherapeuten. Er ist Arzt und Psychiater.

Da bei Agoraphobie mit Panikattacken ja am ehesten eine Verhaltenstherapie angezeigt ist, der Doc. mir aber sagte, das er Psychoanalyse macht ( Kindheit und Gegenwart), bin ich nun ein wenig im Zweifel.

Er hat mir auch gesagt, dass er selber erst nach den 5 probatorischen Sitzungen entscheiden wird, ob diese Therapieform mir helfen kann, denn eine VT kann er mir nicht anbieten.

Da ich jetzt aber fast 9 Monate auf diesen Platz gewartet habe, wäre es schon schade, wenn es jetzt nicht klappen würde.

Was habt Ihr, die in Therapie seid, für eine Therapieform?
Ich meine jetzt die reinen Agoraphobiker unter Euch.

12.03.2018 Kommentar von jeu:

ich bin seit jahren in tiefenpsychologischer therapie und mir gehts damit sehr gut.

bei ängsten und depressionen soll ja auch psychoanalyse ne gute sache sein, hat man mir in der tagesklinik gesagt. dafür muss man aber wohl einigermaßen stabil sein und die zeit haben (mehrere sitzungen die woche sind üblich)

im alltag mach ich ja eh schon die ganze zeit verhaltenstherapie, wenn man mal „nur“ vom konfrontieren ausgeht 😉

gugg dir den hannes doch auch erstmal an. dafür sind die probesitzungen doch da. immerhin schließt er es ja nicht einfach aus, dass seine angebotene therapieform dir nicht helfen könnte. toitoitoi, dass ihr euch gut leiden könnt und er dich „übernehmen“ möchte 🙂

27.02.2019 Erfahrung von opfer:

Finde es auch schwer da eindeutig zu raten.

Meine Erfahrung war schon die, dass mir bei meinem dicksten Angst- Problem eine straighte Kurzzeit-Verhaltenstherapie am besten geholfen hat.
Andererseits möchte ich auch die mehrjährige Gesprächstherapie nicht missen, da sie mir insgesamt sehr geholfen, mich in mir selbst sicherer zu fühlen…. 🙂

Habe mal probatorische Sitzungen wegen meiner agoraphobischen Ängste bei einer Psychoanalytikerin gemacht und dort hat mich die ganze – bewusst kühl gestaltete – Atmosphäre (von wegen notwendig als Projektionsfläche usw…) inklusive der Analytikerin sehr abgeschreckt.

Aber dennoch schließe ich bestimmt nicht aus, dass man damit a u c h Erfolg haben kann! Denn es sind ja doch immer die Gedanken, die unsere Symptome hervorrufen und die kommen dort auf den Tisch.

Ich würde an Deiner Stelle diese 5 Sitzungen einfach wahrnehmen und bei D e i n e r Entscheidung ob ja ob nein auf Dein Bauchgefühl verlassen. Wirst es mit Sicherheit merken, ob da gleich etwas in Dir angerührt wird, ob der Thera gut ist und Du ihm vertrauen kannst.

01.04.2019 Erfahrung von joey:

ich mach seit einem jahr eine psychoanalytische therapie. gehe 2x pro woche hin und ich habe dabei viel über mich, meine familie, meine probleme, damals und jetzt gelernt. tw. sehe ich jetzt auch die dinge anders und viele dinge, die ich vorher gar nicht bemerkt hatte, sind jetzt ganz klar und deutlich vor meinen augen.

ich würde dir auch raten: versuchs einfach! die kindheit birgt ganz viel von der jetzigen angsterkrankung und die lernst dadurch auch, damit besser umzugehen.

das wichtigste ist, dass du dem mann vertrauen kannst und wirklich über ALLES sprechen kannst. gott sei dank ist das bei mir der fall. musste aber auch einige erstgespräche führen, bis ich bei „meinem“ gelandet bin.

21.07.2019 Erfahrung von Umens:

Ich stehe auf der Warteliste für eine VT mit Traumatherapie wegen meiner Agoraphobie. Wollte auch lieber einen TP machen aber da war überhaupt nichts zu machen. Von einer reinen Verhaltenstherapie bin ich überhaupt nicht überzeugt. Verhaltenstherapie mach ich jeden Tag wenn ich raus gehe und mich zum Beispiel ins Auto setze.

Ich brauch jemanden der mit mir Sachen aufarbeitet.

In den Griff bekommen; wie ohne Medikamente?

09.07.2017 Kommentar von Hase:

In letzter Zeit hat mich neben vielen Körpersymptomen anscheinend auch diese blöde Form von Angst gepackt, wahrscheinlich weil ich wegen meiner Arbeit vor ein paar Monaten freiwillig kaum draußen war. Ganz sicher bin ich mir nicht ob es Agoraphobie ist, nur sicher, dass ich endlich wieder normal rausgehen will ohne Panikattacken dabei und ein erschlagendes Gefühl von „zuvielen Eindrücken“ . 🙁

Ich habe zwei Fragen:

1. An die, die Agoraphobie haben: Mögt ihr beschreiben, wie sich das genau „anfühlt“ bzw. was „passiert“, sobald ihr rausgeht?

2. An die, die es wieder in Griff bekommen haben: W i e ? Vor allem auch jemand ohne Medikamente?

Danke!

26.09.2017 Kommentar von muh:

Fühlt sich genau so u. a.: „Panikattacken dabei und ein erschlagendes Gefühl von „zuvielen Eindrücken“ .“

Supergut ausformuliert – bin ich noch gar nicht in der Form drauf gekommen. Das können Menschenmassen, Geräusche oder Licht oder alles sein und es baut sich so eine Art Druck auf, der in Panik enden kann oder auch nicht.

Zur zweiten Frage: Im Zuge meiner Therapie wurde das immer weniger. Es ist nicht ganz weg, manchmal – gerade heute – fühle ich mich sogar von einzelnen anderen Kunden im Supermarkt bedrängt, die am gleichen Regal schauen wollen wie ich, allerdings habe ich in der Stadt keine Panikattacken mehr und nur selten wird mir komisch, oft kann ich sogar genießen.

Wie das nun genau war, dass das soviel besser wurde bei mir, weiß ich nicht – muss mit dem gesamten Paket meiner Therapie zusammenhängen. Kann jetzt nicht sagen obs ohne Medikamte funktionierte, weil ich ja anfangs welche nahm und dann nicht mehr – jedenfalls brauche ich keine mehr um irgendwo shoppen zu gehen.

09.01.2018 Kommentar von Angstengel:

ich sag ja auch immer, ich habe schon fast eine Agoraphobie, aber ich denke, man kann sich einfach mit der Zeit an alles gewöhnen. Ich bin in dem letzten halben Jahr auch kaum vor die Tür, habe für alles, was so möglich war, immer meinen Sohn geschickt, und wenn es dann ans Einkaufen geht, schau ich, dass ich meinen Partner mit nehmen kann.

Aber der ist davon nur noch genervt. Bei uns krieselt es ganz gewalltig zur Zeit. So dass ich manchmal genötigt bin, einfach allein raus zu gehen. Doch das macht mir vorher immer panische Angst.

Vorhin war es genauso. Kinder wurden von Großeltern abgeholt und mein Partner hatte patou (wie auch immer man das schriebt ;)) keine Lust mit zu kommen. Nur was bleibt mir da übrig, es muss eingekauft werden, ich werde ja dazu gezwungen, dann allein zu gehen. Erstmal habe ich ne runde geweint, weil ich das so ungerecht finde. Immer wieder entzieht er sich den dingen, auf die er keine Lust hat, und kommt damit, er bezahlt ja dafür viel. Aber was soll ich denn sagen, ich kann mich dem Stress der Kinder nicht entziehen, ich muss einkaufen, ich bin dazu gezwungen, als Mutter. Es hat mich vorhin so enttäuscht und verängstigt, brauchte erstmal noch ne Stunde, bis ich mich dann hoch raffen konnte.

Dazu noch die blöde Kopfschmerzen seit gestern, das erleichtert das ganze auch nicht gerade.

Aber erstaunlicher Weise bin ich sogar sehr ruhig geblieben im Supermarkt. Vielleicht weil ich mich einfach zu traurig gefühlt habe, keine Ahnung.

Aber ich habe es geschafft allein einzukaufen, mal wieder seit langem 🙂 – mein Erfahrungsbericht dazu.

14.01.2018 Kommentar von Jedi:

„ich kann mich dem Stress der Kinder nicht entziehen, ich muss einkaufen, ich bin dazu gezwungen, als Mutter.“

Deine Leistung in Ehren, aber wenn die Angst/Panik das entsprechende Maß hat, gehst Du nicht mehr. Auch nicht, wenn Deine Kinder dann hungern …

Das soll Deine Leistung und Deine Angst nicht mindern, jedoch gibt es Angstlevel da nutzt das größte MUSS nichts, unabhängig von den Konsequenzen ❗

Weiterhin viel Erfolg und das nötige Glück … 🙂 .

21.03.2018 Kommentar von Agoraphobikerin:

Wenn ich richtig beschissene Phasen habe (wie im Moment), dann juckt mich ein leerer Kühlschrank auch nicht mehr…

allerdings weiß ich aus Erfahrung, dass man für seine Kinder die letzten Kraftreserven aktivieren kann, nur für mich selbst ist das nicht möglich.

24.11.2018 Kommentar von Angst:

Ich möchte euch auch noch mal zu euren Erfahrungen fragen:
1. An die, die Agoraphobie haben: Mögt ihr beschreiben, wie sich das genau bei euch „anfühlt“ bzw. was „passiert“, sobald ihr rausgeht?
2. An die, die es wieder in Griff bekommen haben: W i e ? Vor allem auch jemand ohne Medikamente?

29.11.2018 Kommentar von Zami:

Ich hab die Angst im Griff, weil ich solche Situationen bestmöglichst vermeide

Stimmengemurmel, laute Musik, viele visuelle Reize,das sind Dinge, die ich gar nicht gebrauchen kann…also habe ich immer eine Sonnenbrille dabei, schaue möglichst auf den Boden und benutze im Härtefall auch nen MP3-Player zum Abschotten.

Für mich wird die Situation dann irgendwie unwirklich, als wenn ich mich in einer anderen Dimension befinde…

Dann bekomme ich Schwindel und mein Gang wird immer unsicherer.

der Körper fängt an zu summen, das Adrenalin steigt, ich bekomme Probleme mit dem Atemrhytmus und mir wird übel….
und dann sehe ich zu, dass ich möglichst schnell da wegkomme, wo ich grade bin.

07.12.2018 Kommentar von fran:

Exakt die gleichen Erfahrungen hab ich auch- ich habe zusätzlich noch heller-dunkler gesehen.
kanns komisch.
Ich habe mich gezwungen die Angst auszuhalten und tief geatmet.

19.02.2019 Kommentar von Muc:

Hallo,

also bei mir sind die agoraphobischen Anfälle sehr Tagesform und „Stresslevel“ abhängig!
Wenn es mich allerdings erwischt, fühlt es sich an als wenn ich langsam in eine Position rutsche in der ich „Beobachter“ und nicht mehr „Mitspieler“ bin! Also so ne Art Depersonalisierung!
Meist merke ich es daran, das ich einen stetig steigenden Druck am Kopf wahr nehme, verschwommen sehe und es sich irgentwann so weit gesteigert hat, das ich das Gefühl habe nicht mehr klar denken zu können! Wie benebelt/betrunken! Ich möchte dann einfach nur noch weg! Es wird dann unerträglich, so viele Leute um mich zu haben! Es fühlt sich an als wenn die Luft zum atmen langsam immer knapper wird! Der Drang nach „Raum“ wird immer größer und die Panik kriecht langsam in mir hoch! In diesen Momenten fühl ich mich wie ein angeschossenes Reh und entwickle nur noch einen Tunnelblick!

Wie gesagt , mich erwischt es immer wieder mal! Manchmal helfen mir Atemübungen und beruhigende Gespräche (teilweise auch nur mit mir selbst!)!
Medikamente lehne ich für mich ab! 😉

12.07.2019 Erfahrung von manu:

Ich hab mal wieder seit Dezember letzten Jahres eine Agoraphobie. Ich konnte und wollte nicht raus vor lauter Angst.

Aber ich musste wegen der starken Übelkeit und dem Durchfall zum Arzt. Mich hat jemand dazu aufgebaut, an mich gedacht, aber niemand aus der Familie.

Es ging dann richtig locker vom Hocker, hatte keine Angst.

Und ich werde nochmal zum Arzt müssen, auch das werde ich schaffen.

Meinen Friseurtermin habe ich um einen Tag verbummelt.
Ist ja egal, auch das hätte ich geschafft, weil ich wusste, es ist jemand in Gedanken bei mir.

Ich finde, wenn man jemanden an seiner Seite hat der einen aufbaut, gut zuredet, sagt das er an einem denkt, geht das m. E. viel leichter.

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