Stau-Phobie; Angst vor Staus

Stau-Phobie; Angst, Panik vor Staus

Angststörungen – Phobien

Definition

Die Stau-Phobie gehört zu den spezifischen Angststörungen und bezeichnet die krankhafte Angst vor Staus vor allem auf der Autobahn, weil es grade dort sehr schwierig wird, aus der Situation zu entkommen bzw. zu befreien.

Der Phobiker meidet deswegen das Autofahren besonders auf Autobahnen. Der Gedanke im Stau eine Panikattacke zu bekommen, ist besonders beängstigend.

Erfahrungen, Kommentare, Fragen

Ab in die Panikattacke

22.02.2018 Kommentar von Puder:

Hallo !

Bald ist es wieder so weit und ich muss Autobahn fahren. Seit meiner Erkrankung habe ich total Panik davor weil ich in einen Stau oder eine Vollsperrung kommen könnte und dann keine Fluchtmöglichkeit mehr habe und mir die Gelassenheit fehlt. Ich verliere dann total die Kontrolle.
Ich bin ein großer Vermeidungskünstler. Sobald auch nur ansatzweise etwas ist was mir Angst macht nutze ich es als Ausrede und wähle die Überlandstrecke (z.B. morgen eine Tagesbaustelle/Wanderbaustelle). Eine Fahrt ohne Navi mit Staumelder ist sowieso nicht drin. Und oft gucke ich vorher noch im Internet nach Besonderheiten auf der Strecke. Selbst wenn ich nur zu meinen Eltern (25km) fahre.

So, und nun möchte ich endlich wieder daran arbeiten, weil es schonmal besser war und ich ja eigentlich sehr gern Auto fahre. Also habe ich mir gedacht, dass ich mich bewusst in diese Situation bringen muss. Am besten müsste ich mich öfter mit der Situation konfrontieren und Staus als eine Art Gewohnheit einstufen. Etwas was zum Leben dazu gehört, was passieren kann und absolut normal ist. Meine Therapeutin sagt auch, dass ich mich darauf einlassen muss und es üben muss (ich selbst bin auch davon überzeugt, dass ich es 3-4mal erleben müsste und ich würde eine neutralere Einstellung dazu bekommen und so die Ängste geringer empfinden oder sie gar ohne Panik erleben. Also so wie früher halt). Aber irgendwie habe ich noch keine genaue Vorstellung und rede mit meiner Therapeutin um den Punkt herum. Wir wissen beide dass ich gern vermeide und dass ich die Konfrontation will, aber irgendwie ist das alles noch zu schwammig.

Ich überlege also intensiv ob ich es wage und in einen Stau reinfahre. Habt Ihr sowas schonmal gemacht ? Ich habe wahnsinnige Angst davor. Ich weiß nicht ob ich es mit einer vertrauten Person machen soll oder lieber einer neutralen Person wo ich mich „nicht so gehen lassen würde“ aus Schamgefühl oder ob ich es ganz allein probieren soll. Was wäre der beste Weg ? Könnt Ihr mir ein paar Tipps geben ?

(ich muss dazu sagen, dass es schlimmer ist wenn ich Beifahrer bin, weil ich als Fahrer immer noch „aktiv“ am Verkehr teilnehme und mich in gewisser Weise darauf konzentrieren muss)

25.02.2018 Kommentar von Engelchen:

Hallöchen Puder,
mutig mutig..!
Ich habe selber auch Probleme wenn ich in einem Stau stecke,mir wird dann total schlecht und ich gerate in Panik weil ich nicht weg komme!

Wenn ich nicht unbedingt los muß bleibe ich lieber zu Hause,da stehe ich auch in keinem Stau und überhaupt zu Hause geht es mir gut!

Ich bin da noch nicht so weit um bewusst in einen Stau zu fahren…!
Fände es aber Klasse wenn Du es probieren willst..!
Ich weiß,ich war Dir damit nicht gerade eine Hilfe.
Liebe Grüße

23.10.2018 Kommentar von RosaWölkchen:

Hallo,
Ich hab auch wahnsinnige Angst, in einen Stau zu geraten. Bei mir ist es aber halbwegs ok, solange man überhaupt fährt – wenigstens schritt Tempo. Wenn aber wirklich komplett Stau ist, wird mir ganz flau im Magen und schlecht und ich denke jedes Mal ich brauch einfach eine Toilette, obwohl ich gar nicht muss. Genau so gehts mir aber auch beim Zugfahren wenn quasi „Stau“ ist und der Zug einfach nicht weiter fährt.
Ich hab meistens Notfall Tropfen dabei die beruhigen mich halbwegs und ich habe auch schon mal an eine Art Konfrontationstherapie gedacht, habe aber andererseits Mega Panik davor.

20.12.2018 Kommentar von staufahrerin:

hallo,

also ich muss wegen meines studium und frueher wegen job sehr sehr viel auto und auch autobahn fahren, und fuer mich ist jede fahrt, die mehr als 30 minuten dauert, immer voll die horrorvorstellung… und ich fahre eigentlich auch supergerne auto…

aber, ich fahre trotz der angst und stehe auch oft im stau und meist meistere ich die situation dann relativ souveraen. im zweifelsfall helfen mir immer meine geschichten oder smsschreiben oder telefonieren (ueber headset natuerlich)

und die zeiten, wo ich entspannt fahren kann mehren sich dann auch wieder. ich hatte früher wirklich eine regelrechte stauphobie…

ich denke, wenn du es vll erstmal mit einer begleitung und dann spaeter alleine probierst, ist das gar nicht uebel… es reicht ja auch, wenn du klein anfaengst und vll erstmal nur eine autobahnausfahrt oder so…

aber du wirst feststellen, das es eigentlich halb so schlimm ist. ich versuche mir den stau immer schoen zu reden. denn genaugenommen ist ein autobahnstau ein prima ort, wo man endlich mal von niemandem genervt werden kann…

vorrausgesetzt natuerlich man sitzt alleine im auto

29.12.2018 Kommentar von Stauphobikerin:

Hallo, ich kenn das auch bin sogar schon xmal ab auf den Seitenstreifen und raus aus dem Auto.Trotzdem versuche ich es immer und immer wieder,da ich sehr gerne Auto fahre und ich mir dies auch nicht wegnehmen lassen will.Wenn ich weiter wegfahre nehme ich mir jemanden mit das gibt mir immer ein bestimmtes Gefühl an Sicherheit.

23.02.2019 Erfahrung von gruna:

Ich habe ähnliche Erfahrungen mit dieser Phobie. Naja, ich weiß halt nicht, was das eigentliche Problem dabei ist. Ich erwische mich des öftern dass ich von der Autobahn fahre, dann werde ich aber wütend und sage mir dass ich total bescheuert bin weil da nix ist. Also fahre ich manchmal auch wieder auf der nächsten Auffahrt rauf. Dann rede ich laut mit mir selbst, schimpfe, heule und schaffe es. Aber ich weiß halt nicht was passiert wenn ich stehe.

Die letzten Male „stehen“ sind halt jedes Mal sofort mit Übergeben verbunden gewesen. Deshalb habe ich auch immer für den Fall der Fälle eine Spucktüte bei mir. Das geht dann alles sehr schnell. Hals schnürt zu, Wagen hält, Spucke bleibt weg und …. dann kommt es schon hoch. Und damit komme ich ehrlich gesagt klar. So schlimm finde ich es gar nicht. Schlimmer ist die Panik im Kopf. Aber eigentlich ist es auch nur eine Angst vor der Angst, denn wenn ich mich an meine letzte Vollsperrung erinner war es zwar die Hölle in den ersten Minuten, aber dann habe ich realisiert dass es langsam langsam weitergeht. Es kostet mich halt nur so wahnsinnig viel Kraft und nach jeder Panikattacke bin ich total erschöpft. Und klar, weil ich weiß was mich dann erwarten würde, kriege ich halt schon vorher Angst und meide diese Eventuellsituationen. Es ist halt irgendwo menschlich sich nicht selbst Schmerz und Leid zuzufügen.

Und weil ich halt so eine Angst vor der Angst (vor allem vor einem Stau) habe, zitter und zucke ich regelrecht beim Fahren. Das habe ich dann auch in Situationen wo ich mich versuche abzulenken. Mein Körper macht sich dann regelrecht selbstständig. Boa, allein jetzt wenn ich es schreibe. Echt heftig. Es ist alles so verwirrend. Eigentlich weiß ich genau was passiert, aber dennoch habe ich immer und immer wieder eine solche Scheu davor. Sorry, aber ich muss aufhören, zitter und heul schon wieder. Nur wegen den Gedanken an das Stehen im Stau und nicht rauskommen etc..

23.06.2019 Erfahrung von Rudi:

Hallo

Ich bin mit einer Freundin immer in den Elbtunnel rein und raus.Ich bin selber gefahren.Nach dem ersten mal wurde es schon viel besser,heute fahre ich immer alleine,auch wenn ich im Stau stehe,kein Problem.

Viel Erfolg

Rudi



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