Kindbettdepression

Kindbettdepression

Psychische Krankheiten – Depressive Störungen

Forschung und Newsartikel, die sich mit der sogenannten postpartalen oder auch postnatalen Depression (PPD) – auch als Wochenbett- oder Kindbettdepression bekannt – beschäftigen (Postpartale Stimmungskrisen)

Kindbettdepression mit Verhaltensproblemen beim Kind verbunden

02.02.2018 Anhaltende und schwere mütterliche postpartale Depression (auch postnatale, Wochenbett- oder Kindbettdepression genannt) ist mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für mehrere negative Folgen (einschließlich Verhaltensstörungen) beim Kind verbunden laut einer in JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie.

Elena Netsi von der Universität Oxford und Kollegen untersuchten den Zusammenhang zwischen Schweregrad und Dauer der Depression im Kindbett und langfristigen Auswirkungen auf die Kinder.

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Bild: Unsplash

Drei Schwellenwerte für die Depressivtät (moderat, markant, schwer) wurden mit Hilfe der Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS) definiert. Die Depression wurde als anhaltend angesehen, wenn der EPDS-Wert nach zwei und acht Monate nach der Entbindung über der Schwelle lag. Die Daten wurden für 9.848 Mütter und 8.287 Kinder erfasst.

Die Forscher fanden heraus, dass Frauen mit anhaltender Kindbettdepression bei allen drei Schweregraden bis zu 11 Jahre nach der Geburt erhöhte depressive Symptome zeigten, verglichen mit Frauen mit nicht-anhaltender postnataler Depression und Frauen, die nicht über der EPDS-Schwelle punkteten.

Risiken für Verhaltensstörungen erhöht

Das Auftreten einer Wochenbettdepression war mit dem doppelten Risiko einer Störung des kindlichen Verhaltens, unabhängig von der Dauer, verknüpft.

Für Mütter mit moderater, ausgeprägter und schwerer Kindbettdepression betrugen die Wahrscheinlichkeiten für Verhaltensstörungen bei Kindern 2,22, 1,91 und 2,39.

Die Dauer von schwerer Depression im Kindbett korrelierte mit deutlich erhöhten Risiken für

  • Verhaltensprobleme im Alter von 3,5 Jahren,
  • schlechteren Zensuren im Fach Mathematik im Alter von 16 Jahren und
  • höherer Depressionsprävalenz im Alter von 18 Jahren.

Die Odds Ratios betrugen 4,84, 2,65 und 7,44, also eine Erhöhung der Risiken um 484%, 265% und 744%.

Kinder von Frauen mit anhaltender Kindbettdepression – besonders wenn sie schwerwiegend ist – haben ein erhöhtes Risiko für eine Reihe von psychosozialen Folgen, schreiben die Autoren.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: University of Oxford; JAMA Psychiatry – doi:10.1001/jamapsychiatry.2017.4363; Feb. 2018

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