Schlafentzug gegen Depression

Schlafentzug, Schlafdeprivation gegen Depression

Psychische Krankheiten – Interventionen

Schlafentzug kann effektiv Depressionssymptome lindern

21.09.2017 Schlafentzug (auch Schlafdeprivation genannt) – normalerweise unter kontrollierten, stationären Bedingungen durchgeführt – verringerte in einer aktuellen Studie schnell die Symptome von Depression bei etwa der Hälfte der Patienten.

Frühere Studien haben schon zeigen können, dass Schlafentzug eine schnelle antidepressive Wirkung bei etwa 40 bis 60 Prozent der Personen erreichte, aber diese Ansprechrate wurde seit 1990 nicht analysiert, um präzisere Daten zu den Behandlungserfolgen zu bekommen, trotzdem es mehr als 75 Studien seitdem zu diesem Thema gab.

Partielle oder totale Schlafdeprivation?

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Bild: pixabay

Die Forscher um Elaine M. Boland und Philip Gehrman von der Universität Pennsylvania analysierten die Daten von 66 geeigneten Studien, um festzustellen, wie das Ansprechen beeinflusst werden kann über Art und Timing des Schlafentzuges (totaler versus teilweisen frühen oder späten Schlafentzug), die klinische Population (depressive oder manische Episoden, oder eine Kombination aus beiden), Medikationsstatus und Alter und Geschlecht der Patienten.

Sie untersuchten auch, wie das Ansprechen auf Schlafentzug sich in den einzelnen Studien unterschied, je nachdem, wie das „Ansprechen“ in jeder Studie definiert wurde.

Die erste Meta-Analyse zu diesem Thema seit fast 30 Jahren zeigte, dass teilweise Schlafdeprivation (Schlaf für drei bis vier Stunden, gefolgt von erzwungener Wachheit für 20-21 Stunden) ebenso effektiv wie totaler Schlafentzug (Schlafentzug für 36 Stunden) ist, wobei die Medikamente diese Ergebnisse nicht signifikant beeinflussten.

Robuste Effekte

Die Wirksamkeit von Schlafentzug wurde auch nicht von der Störung (bipolare oder unipolare Depression), der Einnahme von Medikamenten, der Schlafentzugsdefinition, oder dem Alter und Geschlecht der Teilnehmer beeinflusst, schreiben die Forscher im Fachblatt The Journal of Clinical Psychiatry.

Weitere Studien sollten aber untersuchen, wie Schlafentzug schnelle und signifikante Verringerungen der Depressionsschwere verursachen kann. Darüber hinaus sind künftige Studien erforderlich, um eine umfassendere Bewertung potenzieller Vorhersagefaktoren für das Behandlungsergebnis einzubeziehen, um die Patienten zu ermitteln, die am ehesten von Schlafentzug profitieren können.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: University of Pennsylvania; The Journal of Clinical Psychiatry – DOI: 10.4088/JCP.16r11332; Sept. 2017

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