Omega-3 Fettsäuren und psychotische Störung

Omega-3 kann Risiko reduzieren

Junge Leute mit subklinischen psychotischen Symptomen, die Omega-3 (mehrfach ungesättigte Fettsäuren) einnehmen, können das Risiko für das Fortschreiten zu einer ausgewachsenen Psychose reduzieren laut einer Studie in der Februarausgabe des Archives of General Psychiatrys.

G. Paul Amminger, M.D. von der medizinischen Universität von Wien in Österreich, und Kollegen teilten 81 Teilnehmer mit extrem hohem Risiko für eine psychotische Störung (im Alter von 13 bis 25 Jahren) zufällig zwei Gruppen zu: Die eine bekam 1,2 g/Tag der mehrfach ungesättigten Fettsäuren Omega-3, in der anderen bekamen die Teilnehmer Placebos für 12 Wochen.

Die Gruppen wurden für bis zu 40 Wochen auf Psychosen und sekundäre Ergebnisse überwacht, eingeschlossen Änderungen bei Symptomen und Verhalten.

Am Ende der Studie stellten die Forscher fest, dass 4,9 Prozent der Teilnehmer in der Omega-3-Gruppe und 27,5 Prozent der Teilnehmer in der Placebogruppe ausgewachsene Psychosen bekamen, eine Differenz von 22,6 Prozentpunkten.

Reduktion der positiv-, negativ und allgemeinen Psychose-Symptomatik

Weiterhin, verglichen mit der Placebo-Behandlung, reduzierte die Einnahme von Omega-3 Fettsäuren signifikant Positivsymptome, Negativsymptome und allgemeine Psychose-Symptome und verbesserte die Funktionen.

Die Gruppendifferenz blieb auch nach dem Ende der Behandlung erhalten; ein Ergebnis, das nicht in Studien mit antipsychotischen Medikamenten aufgetaucht war. Die Forscher bemerkten auch, dass sich die Gruppen nicht bedeutend hinsichtlich der depressiven Symptome unterschieden, die merklich in beiden Gruppen reduziert wurden.

Langkettige Omega-3 Fettsäuren reduzieren das Risiko der Fortentwicklung einer psychotischen Störung und können eine sichere und wirksame Strategie für die Prävention bei jungen Leuten mit unterschwelligen psychotischen Zuständen anbieten, schreiben die Autoren.

Quelle: Archives of General Psychiatrys, Feb. 2010

Omega-3 kann Psychosen jahrelang blocken

12.08.2015 Omega-3-Fettsäuren kommen in fettigem Fisch vor und können laut einer neuen Studie den Beginn von Schizophrenie und anderen psychotischen Störungen verhindern.

Bis zu sieben Jahre nach der Einnahme von Omega-3 Nahrungsergänzungsmitteln (für 12 Wochen) hatten junge Menschen mit „extrem hohen“ Risiko für Psychosen eine geringere Wahrscheinlichkeit für psychotische Episoden als eine Placebo-Kontrollgruppe, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift Nature Communications.

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Bild: Elias Shariff Falla Mardini

Mangel an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Schizophrenie taucht normalerweise während der Jugend oder dem frühen Erwachsenenalter entweder abrupt oder allmählich auf. Es gibt keine Heilung, schreiben die Wissenschaftler. Gegenwärtige Behandlungen konzentrieren sich auf die Kontrolle der Symptome.

Wissenschaftler wissen schon seit längerem, dass Schizophrene ein geringeres Niveau an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (insbesondere Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren) in den Zellmembranen haben.

Auftreten wurde gehemmt

Vor etwa einem Jahrzehnt konnten Forscher um Paul Amminger von der University of Melbourne in klinischen Studien zeigen, dass die Aufnahme der Fettsäure die erste Episode psychotischer Störungen bei den Teilnehmern mit hohem Risiko um ca. ein Jahr verschob.

In einer Nachfolgestudie zeigten Amminger und Kollegen nun fast sieben Jahre später, dass nur 10 Prozent der damaligen Omega-3 Gruppe eine Psychose entwickelt hatten – verglichen mit 40 Prozent in der Placebogruppe.

Doch die Forscher wünschen sich die Replikation der Befunde, da die Teilnehmerzahl dieser Studie mit 81 Probanden relativ klein war. Es sind aber bereits weitere Überprüfungsstudien im Gange, sagen die Forscher.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: University of Melbourne, Nature Communications; August 2015

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