Zusammenhang zwischen Psychose-Risiko und Omega-3-Fettsäuren?

Niedrige Omega-3-Werte sind laut Studie mit einem höheren Psychoserisiko verbunden

04.06.2021 Eine in Translational Psychiatry veröffentlichte Studie zeigt, dass Jugendliche mit höheren Werten einer Omega-3-Fettsäure im Blut weniger wahrscheinlich eine psychotische Störung im frühen Erwachsenenalter entwickeln, was darauf hindeutet, dass sie eine potenzielle präventive Wirkung zur Verringerung des Risikos einer Psychose haben könnte.

Über 3.800 Personen der Gesundheitsstudie „Children of the 90s“ aus Bristol wurden im Alter von 17 und 24 Jahren auf psychotische Störungen, depressive Erkrankungen und generalisierte Angststörungen untersucht.

Während dieser Untersuchungen wurden Blutproben entnommen, und die Forscher maßen den Gehalt an Omega-6-Fettsäuren, die im Allgemeinen die Entzündung im Körper erhöhen, und an Omega-3-Fettsäuren, die generell die Entzündung verringern.

Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren

Während es im Alter von 17 Jahren kaum Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Fettsäuren und psychischen Störungen gab, stellten die Forscher fest, dass 24-Jährige mit Psychosen, depressiven Störungen und generalisierten Angststörungen höhere Werte an Omega-6- als an Omega-3-Fettsäuren aufwiesen, verglichen mit Personen ohne diese Störungen.

Die Forscher fanden auch heraus, dass 24-Jährige mit psychotischen Störungen niedrigere Werte von DHA (Docosahexaensäure, eine Omega-3-Fettsäure; Omega-3-Fettsäuren sind z.B. in Distelöl, Sonnenblumenöl, Weizenkeimöl, Maiskeimöl, Sojaöl, Sesamöl, Chia-Samen, öligem Fisch oder Nahrungsergänzungsmitteln enthalten) aufwiesen als 24-Jährige ohne psychotische Störungen.

Schützender Effekt von DHA

In einer Gruppe von mehr als 2.700 Personen, die über einen längeren Zeitraum beobachtet wurden, hatten Jugendliche mit einem höheren DHA-Spiegel im Alter von 17 Jahren ein um 56 % geringeres Risiko, sieben Jahre später im Alter von 24 Jahren eine psychotische Störung zu entwickeln. Dies deutet darauf hin, dass DHA in der Adoleszenz einen potenziellen präventiven Effekt haben kann, der das Risiko einer Psychose im frühen Erwachsenenalter verringert.

Diese Ergebnisse blieben auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren wie Geschlecht, Body-Mass-Index, Tabakrauchen und sozioökonomischer Status erhalten.

Die Studie muss repliziert werden, aber wenn die Ergebnisse konsistent sind, würden diese Ergebnisse darauf hindeuten, dass eine erhöhte Nahrungsaufnahme von Omega-3-Fettsäuren bei Jugendlichen in ihren frühen Zwanzigern das Risiko für eine Psychose verringern könnte, sagte Studienautor David Cotter vom RCSI University of Medicine and Health Sciences.

© psylex.de – Quellenangabe: Translational Psychiatry (2021). DOI: 10.1038/s41398-021-01425-4

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