Schlaftrunkenheit

Schlaftrunkenheit

Schlafstörungen – Aufwachstörungen

Viele von der Aufwachstörung betroffen

03.09.2014 Eine neue Studie der Stanford University besagt, dass etwa jeder siebte von einer Aufwachstörung namens ‚Schlaftrunkenheit‘ betroffen sein könnte.

Schlaftrunkenheit tritt auf, wenn Menschen beim Aufwachen aus dem Schlaf verwirrt sind oder unpassendes Verhalten zeigen, wie das Telefon abzuheben statt den Wecker auszuschalten. Die Episoden treten entweder während des ersten Teils der Nacht oder am Morgen auf.

Schlaftrunkenheit

Solch eine Episode, oft ausgelöst durch erzwungenes Erwachen, kann sogar Gewalttätigkeit während des Schlafs oder Amnesie der Episode verursachen.

„Diese Aufwachstörung erhält sehr viel weniger Aufmerksamkeit als bspw. das Schlafwandeln, obwohl die Folgen genauso ernst sein können“, sagte Studienautor Maurice M. Ohayon.

Für die Studie wurden 19.136 in den USA lebende Personen im Alter von 18 Jahren und älter aus der allgemeinen Bevölkerung interviewt, über ihre Schlafgewohnheiten und nach Symptomen der Schlaftrunkenheit befragt. Die Teilnehmer wurden auch nach Diagnosen von psychischen Störungen und Medikamenten befragt.

Die Befunde:

  • 15 Prozent hatten im letzten Jahr eine Episode erlebt, wobei mehr als die Hälfte über mehr als eine Episode pro Woche berichteten.
  • In 84% der Fälle hatten Personen mit Schlaftrunkenheit auch eine (weitere) Schlafstörung, eine psychische Störung oder nahmen Psychopharmaka wie Antidepressiva.
  • Weniger als ein Prozent der Teilnehmer mit Schlaftrunkenheit hatten keine bekannte Ursache oder verbundene Störung.
  • Unter jenen mit einer Episode hatten 37,4 Prozent eine psychische Erkrankung. Personen mit Depression, bipolarer Störung, Alkoholismus, Panikstörung oder posttraumatischer Belastungsstörung und Angststörung erfuhren auch wahrscheinlicher Schlaftrunkenheit.
  • Etwa 31 Prozent der schlaftrunkenen Menschen nahm Psychopharmaka wie z.B. Antidepressiva.
  • Sowohl lange als auch kurze Schlafzeiten waren mit der Schlafstörung verbunden. Etwa 20 Prozent jener, die weniger als sechs Stunden pro Nacht schliefen und 15 Prozent derer, die mindestens neun Stunden schliefen waren von Schlaftrunkenheit betroffen.
  • Auch Teilnehmer mit einer Schlafapnoe zeigten eher diese Aufwachstörung.

„Diese Episoden verwirrten Erwachens haben bislang nicht viel Aufmerksamkeit bekommen, aber die weite Verbreitung in der allgemeinen Bevölkerung erfordert mehr Wissen (und Forschung) darüber, wann sie auftreten und ob sie behandelt werden können“, sagte Ohayon.

„Leute mit Schlafstörungen oder psychischen Erkrankungen sollten informiert werden, dass sie ein größeres Risiko für Episoden von Schlaftrunkenheit haben“.

© PSYLEX.de – Quelle: American Academy of Neurology, August 2014

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