Sterbehilfe Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Sterbehilfe Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Psychische Erkrankung – Selbsttötung – Freitod

In Deutschland keine aktive Sterbehilfe

19.06.2019 Erfahrung von Regenbogen:

Ich finde es traurig, dass man hier in Deutschland keine aktive Sterbehilfe beanspruchen kann. Und auch generell der Umgang mit den Thema Selbstmord ist sehr streng. Wenn man solche Gedanken hat, würde man sich gerne austauschen. Stattdessen wird der Beitrag dann gleich gelöscht oder es wird geschrieben „Das wird schon“. In der Situation bringt einem das einem aber nichts. Man fühlt sich dann noch mehr allein gelassen und dadurch erhöht sich das Risiko noch.

Wenn ich sehr, wir würdevoll man in anderen Ländern teils auch bei psychischen Krankheiten sterben darf, wird man wirklich wütend. Denn ich werde mich wohl so oder so umbringen. Nur würde ich es gerne zuhause im Kreise meiner Familie tun. So bin ich gezwungen, es auf brutalere weise zu machen.
Allein, wenn ich das Natrium Pentobarbital zuhause hätte, würde ich mich schon besser fühlen. Einfach, weil ich weiß, ich könnte es jederzeit nehmen. Vielleicht würde ich es nicht nehmen. Aber zu wissen, dass ich schmerzlos einschlafen darf, muntert schon auf. Einige Seiten werben damit, das Mittel zu verkaufen. Nur wie kann ich sicher sein, dass es nicht Betrug ist? Dass das Mittel überhaupt ankommt? Ein anderer Versuch wäre das Darknet. Aber wird das Paket nicht vom Zoll abgefangen? Mache ich mich strafbar?

Bei uns liegen psychische Probleme in der Familie. Sicherlich habe ich das etwas vererbt. Nur meine Depressionen können nur besser werden, wenn sich die Lebensumstände bessern. Was aber, wenn sie sich nicht bessern können? Ich habe das Asperger-Syndrom und leider nie eine richtige beste Freundin gefunden, welche ich immer wollte. Einen Menschen, der mich auch mal in den Arm nimmt. Meine Eltern sind durch mich auch am Ende. Mein Vater sagt zu mir „Dich braucht keiner“. Das tut sehr weh, vor allem, weil es stimmt. Würde mich jemand vermissen, wenn ich mich umbringe? Manchmal habe ich das Gefühl, dann würde es meinen Eltern besser gehen.

Gott gibt Hoffnung

26.04.2021 Erfahrung von Hiob:

Der Selbstmord ist nicht zu legalisieren, da dies gegen Gott gerichtet ist — genauso wie Abtreibung, Ehebruch und die viele, traurige Unzucht, die uns und unsere Kinder kaputt macht. (Moral muß objektiv sein, Atheismus führt zur Beliebigkeit. Die Moral setzt Gott, der erste Schritt zu Ihm ist die Erkenntnis, daß man Sünder ist; daher die Wichtigkeit der Reue und Buße, das Opfer Christi.)

Dennoch kann ich Selbstmord verstehen. Mit Anfang zwanzig knüpfte ich mich auf und überlebte, wurde eingewiesen. Da war ich noch Atheist.

Diese Welt ist gefallen, das hat ja auch ein Atheist wie Schopenhauer akzeptiert. Leider ist die heutige Zeit besonders verkommen, die Gier nach Lust und Geld ist äußerst abstoßend. Für Schwache und Arme, auch weniger Gutaussehende kümmert sich kaum jemand. Selbst die Kirche hat stark nachgelassen, wenn es auch noch kleine, ehrbare Gemeinden gibt.

Glaubte ich nicht an Christus Jesus und das Gericht, dann sähe ich auch keinen Sinn mehr. Da schließe ich mich Reinhold Schneider an, s. dessen Essai „Über den Selbstmord“. Er ertrug sein Leben auch nur im Glauben.

Wie Hamlet schon ausrief: „or that the Everlasting had not fix’d His cannon ‚gainst self-slaughter!“

So ist es. „Dich braucht niemand“ — doch, Gott braucht Dich. Der Glaube steht uns offen. So schrecklich dieses Leben oft ist, so hat unser Leiden doch nur im Herrn Sinn, zu dem wir beten dürfen.

Weiterführende Links



Schreiben Sie einen Kommentar / Ihre Erfahrung zu diesem Thema. Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie Name, Anschrift etc).

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren