Zwangsgestörte scheinen viel sensibler zu reagieren

Zwangserkrankung, Zwangsstörungen:
Sensitivität, Empfindlichkeit

Psychische Störungen – Krankheitsbilder

Zwangsgestörte scheinen viel sensibler zu reagieren

14.11.2012 Personen mit einer Zwangsstörung (engl. Obsessive Compulsive Disorder, OCD) scheinen viel empfindlicher, wenn es um ein moralisches Dilemma geht.

Empfindlicher gegenüber moralischen Dilemmata

„Mit einem solchen Problem konfrontiert, zeigten Personen, die an dieser Art von Angststörung litten, dass sie sich beträchtlich mehr beunruhigen“, sagte Carles Soriano, Ph.D, Forscher im Krankenhaus de Bellvitge in Barcelona.

Für die neue Studie sahen sich Wissenschaftler die neurofunktionale Basis dieser gesteigerten moralischen Sensitivität an. Mit Hilfe funktioneller Kernspintomographie maßen sie die Gehirnaktivität von 73 Patienten mit Zwangsstörungen und 73 gesunden Patienten.

Zwangsgestörte zeigten eine erhöhte Gehirnaktivität

Alle Teilnehmer mussten sich einer Reihe von moralischen Problemen stellen, in welchen sie zwischen zwei Alternativen wählen mussten, wobei beide zu sehr negativen Folgen führten.

Waschzwang
Waschzwang

Zum Beispiel wurden sie darum gebeten, sich in einem hypothetischen Krieg vorzustellen. Feindliche Soldaten liegen auf der Lauer anzugreifen, und das ganze Dorf versteckt sich in einem Keller. Ein Baby beginnt zu weinen. Wenn niemand dem Baby Einhalt gebietet, werden sie von den feindlichen Soldaten entdeckt. Wäre es vertretbar, den Schrei des Babys zu ersticken, und es dabei möglicherweise zu ersticken, um die anderen zu retten?

Die Ergebnisse demonstrierten, dass in Situationen mit einem moralischen Dilemma das Gehirn der Personen mit Zwangsstörung einen höheren Grad der Aktivierung in der orbitofrontalen Rinde zeigte, besonders im mittleren Teil, welcher wird mit der Entscheidungsfindung und der Entwicklung des moralischen Gefühls verbunden ist.

Waschzwang und fixe Ideen

„Die Mehrheit der Menschen mit Zwangsstörung beschäftigen sich besessen mit Schmutz und zwanghafter Reinigung oder haben Zweifel daran, ob sie wichtige Handlungen richtig ausgeführt haben. Solch ein Verhalten lässt sie dann wiederholt überprüfen, ob sie die Handlungen auch tatsächlich ausgeführt haben“, sagte Soriano.

Es gibt auch noch andere Arten von fixen Ideen, Besessenheit und Zwängen, wie z.B. Objekte der Umgebung in perfekter Symmetrie und Reihenfolge auszurichten.

Religiöse Zwangsgedanken

Es gibt auch jene, die unter unwillkürlichen und unerwünschten sexuellen oder/und religiösen Gedanken leiden. So können sie z.B. befürchten, dass sie Gott gelästert haben.

„Die letzte Gruppe der Patienten zeigt ein höheres Niveau moralischer Hypersensitivität“, sagte Soriano.
Quelle: Archives of General Psychiatry, Nov. 2012

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