Welche Nebenwirkungen bei regelmäßiger Meditation auftreten können

Studie untersuchte Prävalenz, Einflussfaktoren und Arten von unangenehmen und unerwünschten Wirkungen der Meditation bei regelmäßig Meditierenden

13.12.2021 Eine in BJPsych Open veröffentlichte Studie zeigt, dass 22 % der regelmäßig Meditierenden über Erfahrungen mit unangenehmen Wirkungen im Zusammenhang mit der Meditation berichten, und 13 % über Erfahrungen, die als negativ eingestuft wurden – hauptsächlich im affektiven, somatischen und kognitiven Bereich.

Die Forscher Luca Pauly und Dr. Kerem Böge von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Universitätsmedizin Berlin und Kollegen führten eine Studie mit 1.370 regelmäßig Meditierenden durch, um Auftreten, Einflussfaktoren und Arten von unangenehmen / unerwünschten Wirkungen der Meditation zu untersuchen.

Die Studie

Die Teilnehmer wurden gefragt, ob sie jemals besonders unangenehme Erlebnisse als Folge ihrer Meditationserfahrung hatten. Art und Schweregrad dieser Erfahrungen wurden bewertet und der Zusammenhang mit verschiedenen Prädiktoren (Einflussfaktoren), wie z. B. vorbestehenden psychischen Störungen, mittels logistischer und linearer Regression untersucht.

Die Ergebnisse

Etwa 22 % der regelmäßig Meditierenden berichteten über unangenehme Wirkungen im Zusammenhang mit der Meditation, und 13 % berichteten über Erfahrungen, die als unerwünscht eingestuft wurden, hauptsächlich im affektiven, somatischen und kognitiven Bereich.

Darüber hinaus berichteten 4,2 % der Befragten über einen Schweregrad der unerwünschten Ereignisse, der eine Intervention erforderte.

Es zeigte sich auch, dass Menschen mit vorbestehenden psychischen Störungen, aber auch Menschen mit einem höheren Ausmaß an Ängsten und Grübeleien sowie Personen, die an Meditations-Retreats teilgenommen hatten, ein höheres Risiko für unangenehme meditationsbezogene Auswirkungen hatten.

Mit diesen Ergebnissen bestätigen die Wissenschaftler frühere Ergebnisse von Schlosser et al., erweitern sie jedoch um wichtige Aspekte und direkte Implikationen für die Implementierung von Achtsamkeit in unterschiedlichen Kontexten.

„Vor allem in hektischen Zeiten der Pandemie bekommt der Meditations-Trend, mit seinen Vorteilen, jedoch auch seinen Nachteilen mehr Aufwind in der Gesellschaft“, sagt Dr. Böge. „Wir hoffen mit unserer Forschung wichtige Erkenntnisse für die fruchtbare Nutzung von Achtsamkeit in der Gesellschaft zu ermöglichen und gleichzeitig auf Risiken hinzuweisen.“

© Psylex.de – Quellenangabe: BJPsych Open , Volume 8 , Issue 1 , January 2022 , e11
DOI: https://doi.org/10.1192/bjo.2021.1066

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Erfahrungen zu “Welche Nebenwirkungen bei regelmäßiger Meditation auftreten können”

  1. Seit Jahren meditiere ich regelmäßig mit 7mind oder Daily Calm. Ich habe sehr gute Anregungen erhalten und es gehört zu meinem Tagesablauf wie meine Gymnastik . Natürlich macht man nicht immer positive Erfahrungen, manchmal nervt es auch.

    Ich denke, für eine wirklich aussagekräftige Studien muss man sehr differenzieren: welche Methode der Meditation wird wie lange und unter welchen Umständen angewandt…und man muss unbedingt genaue Definitionen für unspezifische Bewertungen wie „unangenehm“ oder „angenehm“ finden!

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie voller Name, Anschrift etc).