10-minütiger Lauf kann Gehirnleistung steigern

Moderates Laufen steigert die Stimmung und die exekutiven Funktionen und ist mit einer bilateralen präfrontalen Aktivierung verbunden

06.12.2021 Laufen kann eine positive Auswirkung auf die geistige Gesundheit haben. Forscher der Universität Tsukuba haben herausgefunden, dass nur 10 Minuten mäßig intensives Laufen die lokale Durchblutung verschiedener Stellen im bilateralen präfrontalen Kortex erhöht – dem Teil des Gehirns, der eine wichtige Rolle bei der Kontrolle der Stimmung und der exekutiven Funktionen spielt.

Diese Ergebnisse könnten zur Entwicklung einer breiteren Palette von Behandlungsempfehlungen zur Förderung der psychischen Gesundheit beitragen.

Es gibt eindeutige Belege dafür, dass körperliche Aktivität viele Vorteile hat, wie z. B. die Fähigkeit, die Stimmung zu verbessern, aber in früheren Studien war Radfahren oft die untersuchte Form der Bewegung. Das Laufen hat jedoch schon immer eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden des Menschen gespielt. Die einzigartige Form und Effizienz des menschlichen Laufens, zu der auch die Fähigkeit gehört, diese Form der Anstrengung aufrechtzuerhalten (d. h. durch Joggen im Gegensatz zum Sprinten), und der evolutionäre Erfolg des Menschen sind eng miteinander verbunden, schreiben die Wissenschaftler.

Auswirkungen des Laufens auf die exekutive Gehirnregionen

Trotz dieser Tatsache hatten Forscher die Auswirkungen des Laufens auf die Gehirnregionen, die die Stimmung und die exekutiven Funktionen kontrollieren, noch nicht näher untersucht. Angesichts des Ausmaßes der exekutiven Kontrolle, die bei der Koordination von Gleichgewicht, Bewegung und Antrieb während des Laufens erforderlich ist, ist es logisch, dass es zu einer erhöhten neuronalen Aktivierung im präfrontalen Kortex kommt und dass andere Funktionen in dieser Region von dieser Erhöhung der Gehirnressourcen profitieren, erklärt Studienautor Professor Hideaki Soya.

Um ihre Hypothese zu testen, verwendete das Forscherteam den bekannten Stroop-Farb-Wort-Test und erfasste Daten über hämodynamische Veränderungen in Verbindung mit der Gehirnaktivität, während die Teilnehmer die einzelnen Aufgaben lösten. Bei einer Aufgabe wurde beispielsweise eine inkongruente Information gezeigt, z. B. das Wort „rot“ in grüner Schrift, und der Teilnehmer musste die Farbe benennen, anstatt das Wort vorzulesen. Dazu muss das Gehirn beide Informationen verarbeiten und die fremden Informationen unterdrücken. Der Stroop-Interferenz-Effekt wurde durch die Differenz der Reaktionszeiten bei dieser Aufgabe und bei einer einfacheren Version der Aufgabe – dem Nennen der Namen von Farbfeldern – quantifiziert.

Die Ergebnisse zeigten, dass nach 10 Minuten mäßig intensiven Laufens die Zeit für den Stroop-Interferenz-Effekt signifikant verkürzt wurde. Außerdem war die bilaterale präfrontale Aktivierung während der Stroop-Aufgabe deutlich erhöht. Nach dem Laufen gaben die Teilnehmer an, besser gelaunt zu sein. Dies wurde durch die gleichzeitige Aktivierung in den präfrontalen kortikalen Regionen, die an der Stimmungsregulierung beteiligt sind, unterstützt, fügt Studienautorin Chorphaka Damrongthai hinzu.

© Psylex.de – Quellenangabe: Scientific Reports (2021). DOI: 10.1038/s41598-021-01654-z

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