3 Strategien, um Burnout bei Klinikern zu reduzieren

Organisatorische Bedingungen, die das Arbeitsengagement und Burnout beeinflussen: Eine qualitative Studie über Beschäftigte im Bereich der psychischen Gesundheit

15.12.2021 Burnout bei medizinischem Personal ist ein wachsendes Problem, vor allem angesichts der COVID-19-Pandemie, die sich ausweitet. Eine im Psychiatric Rehabilitation Journal veröffentlichte Studie des U.S. Department of Veterans Affairs und des Regenstrief Institute untersuchte, wie Organisationen gegen Burnout vorgehen können.  

Heutzutage wird dem Thema Burnout viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber die Ansätze, mit denen wir es bekämpfen, konzentrieren sich oft auf den Aufbau von Bewältigungskompetenzen für Mitarbeiter. Aber Burnout ist nichts, was wir den Menschen einfach abtrainieren können. Workshops zu Resilienz und Selbstfürsorge können für manche Menschen hilfreich sein, reichen aber nicht aus, sagt die Erstautorin Angela Rollins vom Regenstrief Institute.

Es müssen Maßnahmen auf organisatorischer Ebene ergriffen werden, damit Arbeitsanforderungen und Ressourcen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, wodurch viele Fälle von Burnout verhindert werden könnten. 

Das Forscherteam befragte 40 Kliniker im Bereich psychische Gesundheit und Manager aus verschiedenen Gesundheitssystemen, die an einer Burnout-Intervention teilnahmen. Das Team stellte fest, dass sich die Ergebnisse dieser Interviews in drei Themenbereiche unterteilen lassen, die sich mit der Frage befassen, wie Organisationen Burnout verringern können. 

Drei Strategien

  • Eine Arbeitskultur, die der personenzentrierten Pflege Vorrang vor Produktivität und anderen Leistungskennzahlen einräumt. 
  • Managementfähigkeiten und -praktiken zur Überwindung von Bürokratie.  
  • Möglichkeiten für die berufliche Entwicklung und Selbstfürsorge der Mitarbeiter. 

Die Kliniker sagten den Wissenschaftlern, sie wählten diesen Beruf, weil sie Menschen helfen wollen. Wenn die Politik einer guten Versorgung im Wege steht, untergräbt dies die Moral und das Engagement, so Dr. Rollins.

Diese spezielle Studie konzentrierte sich auf Anbieter psychischer Gesundheitsdienste, aber die Ergebnisse sind wahrscheinlich auf alle Gesundheitsberufe anwendbar, sagt Rollins.

Dieses Problem lässt sich nicht auf der Ebene des Einzelnen oder des Vorgesetzten lösen. Das Gesundheitssystem ist aus dem Gleichgewicht geraten, und das muss behoben werden. Diese Forschungsergebnisse können für die Entwicklung von Initiativen auf der Ebene des Gesundheitssystems, der Organisation und der Programme genutzt werden. 

© Psylex.de – Quellenangabe: Psychiatric Rehabilitation Journal (2021). DOI: 10.1037/prj0000472

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