Vitamin B12 Mangel erhöht Risiko für Depressionen

Ein niedriger Vitamin-B12-Spiegel, nicht aber ein niedriger Folatspiegel, steht in Zusammenhang mit depressiven Symptomen bei älteren Menschen

15.12.2021 Wissenschaftler der Irish Longitudinal Study on Ageing (TILDA) haben eine neue Studie veröffentlicht, in der die Beziehung zwischen dem Folat- und dem Vitamin-B12-Status und deren Zusammenhang mit einer höheren Prävalenz depressiver Symptome in einer Gruppe von älteren Erwachsenen untersucht wurde.

Die im British Journal of Nutrition veröffentlichte Studie zeigt, dass Vitamin-B12-Mangel mit depressiven Symptomen einhergeht, während Folat nicht mit Depressionen in Verbindung gebracht wird.

Die Studie stützt sich auf Daten aus der TILDA-Studie (n =3.849) und untersuchte Teilnehmer im Alter von 50 Jahren und älter, die in Welle 1 der Studie untersucht wurden und bei denen eine Messung von Plasma-Folat und Plasma-B12 sowie ein Screening auf Depression durchgeführt wurde. Die Forscher stellten fest, dass bei Personen mit einem B12-Mangel die Wahrscheinlichkeit für depressive Symptome in den nächsten 4 Jahren um 51 % erhöht war.

Wichtigste Ergebnisse der Studie

  • Die Studie zeigt, dass ein niedriger B12-Status mit einem signifikant höheren Risiko für depressive Symptome über einen Zeitraum von vier Jahren verbunden ist, während für Folat (auch Vitamin B9 genannt) kein solcher Zusammenhang festgestellt wurde.
  • Diese Ergebnisse blieben auch nach Kontrolle relevanter Einflussfaktoren wie körperliche Aktivität, chronische Erkrankungen, Vitamin-D-Status, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Einnahme von Antidepressiva stabil.
  • Die Forscher stellten fest, dass Personen mit einem B12-Mangel in dieser Studie eine um 51 % erhöhte Wahrscheinlichkeit hatten, innerhalb von vier Jahren depressive Symptome zu entwickeln.
  • Weitere Faktoren, die den Mikronährstoffstatus bei älteren Erwachsenen beeinflussen, waren Übergewicht, Medikamenteneinnahme, Rauchen, Wohlstand, Geschlecht und geografische Lage.
  • Die Forscher fanden heraus, dass mit zunehmendem Alter das Risiko einer Depression abnahm.
  • Diese Ergebnisse sind angesichts des hohen Auftretens von Depressionen und der großen Zahl von B12-Mangelzuständen in der älteren Bevölkerung in Irland (und ähnlichen Ländern) von Bedeutung.
  • Diese Beobachtungen geben den Entscheidungsträgern in der Lebensmittelbranche die Gewissheit, dass die Anreicherung von Lebensmitteln mit diesen Vitaminen zur Vorbeugung von Depressionen beitragen könnte, schreiben die Autoren.

Hauptautor Dr. Eamon Laird sagt:

Diese Studie ist angesichts der hohen Prävalenz von Depressionen bei älteren Erwachsenen und insbesondere angesichts der Tatsache, dass einer von acht älteren Erwachsenen einen hohen Anteil an B12-Mangel aufweist, von großer Bedeutung.

© Psylex.de – Quellenangabe: British Journal of Nutrition (2021). DOI: 10.1017/S0007114521004748

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