ADHS: Die Konnektivität (Verbindungen) im Gehirn

Subkortiko-kortikale Dyskonnektivität bei ADHS: Eine voxel-basierte Megaanalyse über mehrere Kohorten hinweg

ADHS: Die Konnektivität (Verbindungen) im Gehirn

13.03.2024 Forscher der National Institutes of Health (NIH) haben herausgefunden, dass die Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) mit atypischen Interaktionen zwischen dem frontalen Kortex des Gehirns und den Informationsverarbeitungszentren tief im Gehirn zusammenhängen. Die Forscher untersuchten mehr als 10.000 funktionelle Hirnbilder von jungen Menschen mit ADHS und veröffentlichten ihre Ergebnisse im American Journal of Psychiatry.

Dr. Luke Norman, wissenschaftlicher Mitarbeiter im NIMH Office of the Clinical Director, und seine Kollegen analysierten Gehirnbilder von mehr als 8.000 Kindern und Jugendlichen mit und ohne ADHS, die aus sechs verschiedenen Datensätzen funktioneller Bildgebung stammten. Anhand dieser Bilder untersuchten die Forscher Zusammenhänge zwischen der funktionellen Konnektivität des Gehirns und ADHS-Symptomen.

Erhöhte Konnektivität zwischen bestimmten Strukturen des Gehirns

Sie fanden heraus, dass junge Menschen mit ADHS eine erhöhte Konnektivität zwischen Strukturen in der Tiefe des Gehirns aufwiesen, die mit Lernen, Bewegung, Belohnung und Emotionen zu tun haben (Caudat, Putamen und Nucleus Accumbens), und Strukturen im Frontalbereich des Gehirns, die mit Aufmerksamkeit und der Kontrolle unerwünschter Verhaltensweisen zu tun haben (Gyri temporalis superior, Insula, Parietallappen inferior und Gyri frontalis inferior).

Neurowissenschaftler vermuten seit langem, dass ADHS-Symptome auf atypische Interaktionen zwischen dem frontalen Kortex und diesen tiefen informationsverarbeitenden Hirnstrukturen zurückzuführen sind. Studien, in denen dieses Modell getestet wurde, lieferten jedoch gemischte Ergebnisse, was möglicherweise darauf zurückzuführen ist, dass die Studien mit nur etwa 100 Probanden sehr klein waren. Die Forscher vermuten, dass die kleineren Studien möglicherweise nicht in der Lage waren, die Gehirninteraktionen, die zu den komplexen Verhaltensweisen bei ADHS führen, zuverlässig zu erkennen.

Die Ergebnisse dieser Studie tragen laut den Wissenschaftlern dazu bei, unser Verständnis der Gehirnprozesse, die für die ADHS-Symptome mitverantwortlich sind, zu vertiefen – Informationen, die für die klinisch relevante Forschung und Weiterentwicklung von Bedeutung sein können.

© Psylex.de – Quellenangabe: American Journal of Psychiatryhttps://doi.org/10.1176/appi.ajp.20230026

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