Alexithymie-Verlauf; Zusammenhang mit anderen psychischen Symptomen

Stabilität der Alexithymie ist von der Jugend bis zum jungen Erwachsenenalter gering, und die Beständigkeit der Alexithymie ist mit Symptomen von Depression und Dissoziation verbunden

02.11.2021 Laut einer neuen Studie der Universität Ostfinnland und des Universitätskrankenhauses Kuopio ist der Schweregrad der Alexithymie im Jugendalter nicht stabil, sondern nimmt beim Eintritt ins junge Erwachsenenalter ab.

Die Wissenschaftler konnten auch feststellen, dass das Ausmaß der Alexithymie mit Einsamkeit, Problemen in den Beziehungen zu Gleichaltrigen und psychologischen Symptomen wie Depression und Dissoziation zusammenhängt.

Die Ergebnisse einer fünfjährigen Folgestudie wurden im Journal of Psychosomatic Research veröffentlicht.

Alexithymie

Alexithymie kann auf drei verschiedenen Skalen beschrieben werden: Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Gefühlen, Probleme bei der Beschreibung von Gefühlen und nach außen gerichtetes Denken. Nach früheren Studien schwankt die Prävalenz der Alexithymie in der Allgemeinbevölkerung zwischen 5 und 14 Prozent.

Die jetzt veröffentlichte Studie ist die erste, die die Stabilität der Alexithymie zwischen dem Jugendalter und dem jungen Erwachsenenalter untersuchte. Darüber hinaus untersuchten die Forscher den Zusammenhang zwischen Alexithymie, Peer-Beziehungen und psychologischen Symptomen.

Die Studie

Zu Beginn der Studie füllten 755 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren aus Gesamtschulen, weiterführenden Schulen und Berufsschulen in Kuopio, Ostfinnland, einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung von Alexithymie, Beziehungen zu Gleichaltrigen und psychologischen Symptomen aus.

Bei der Nachuntersuchung nach fünf Jahren füllten die jungen Erwachsenen, die nun 18 bis 25 Jahre alt waren, einen weiteren selbstbewerteten Fragebogen zur Alexithymie aus.

Verlauf der Alexithymie

Das Ausmaß der Alexithymie nahm während des Nachbeobachtungszeitraums von der Adoleszenz bis zum jungen Erwachsenenalter deutlich ab. Mit zunehmendem Alter nahm das nach außen gerichtete Denken am stärksten ab.

Sowohl in der Ausgangs- als auch in der Nachbeobachtungsphase der Studie waren die Alexithymie-Werte bei denjenigen höher, die im Ausgangsfragebogen über schlechte Beziehungen zu Gleichaltrigen, mehr Einsamkeitserfahrungen und Symptome von Depression und Dissoziation berichteten, wie z. B. Gedächtnisstörungen, die Wahrnehmung von sich selbst oder der Welt als Außenseiter, Identitätsschwankungen, Vertiefung in Dinge, die gerade anstehen, oder unerklärliche körperliche Symptome.

Depression und Dissoziation

Die Teilnehmer, die zu Beginn der Studie Symptome von Depression und Dissoziation aufwiesen, hatten während des gesamten Nachbeobachtungszeitraums größere Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu identifizieren und zu beschreiben.

Den Forschern zufolge zeigen die Ergebnisse, dass das Ausmaß der Alexithymie im Jugendalter kein sehr zuverlässiger Prädiktor für das Ausmaß der Alexithymie im jungen Erwachsenenalter ist. Psychologische Symptome können jedoch die Beständigkeit der Alexithymie während der Entwicklung in der Jugend beeinflussen.

© Psylex.de – Quellenangabe: Journal of Psychosomatic Research (2021). DOI: 10.1016/j.jpsychores.2021.110629

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