Angstzustände bei Kindern / Jugendlichen können zu späteren Psychosen führen

Studie untersuchte anhaltende Angst im Kindes- und Jugendalter und das Psychoserisiko

22.12.2021 Kinder und Jugendliche, die anhaltend starke Angstzustände aufweisen, haben einer neuen Studie zufolge ein höheres Risiko, mit Anfang 20 eine Psychose zu entwickeln.

Die Behandlung früher Ängste bzw. Angststörungen durch gezielte Eindämmung von Stresshormonen und nicht-abklingenden Entzündungen in der Kindheit und im Teenageralter könnte jedoch dazu beitragen, das Risiko junger Erwachsener für die Entwicklung einer Psychose zu verringern.

Die Studie

Experten der Universität Birmingham untersuchten den Zusammenhang zwischen anhaltenden Ängsten in der Kindheit und Jugend und Personen mit psychotischen Erfahrungen (PE) oder psychotischen Störungen (PD) im Alter von 24 Jahren.

Sie analysierten Daten aus der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC), um sich ein Bild von der psychischen Gesundheit von 3.889 Kindern im Alter von acht, 10, 13 und 24 Jahren zu machen.

Psychotisch im jungen Erwachsenenalter

Die Forscher veröffentlichen ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Biological Psychiatry und stellen fest, dass Personen mit anhaltend starken Angstzuständen mit größerer Wahrscheinlichkeit im Alter von 24 Jahren an psychotischen Erfahrungen und psychotischen Störungen erkranken.

Bei Personen, die eine Psychose entwickeln, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie in der Kindheit sozioemotionale und Verhaltensprobleme aufweisen, aber ob Ängste in der Kindheit mit späteren Psychosen zusammenhängen, ist noch nicht ausreichend untersucht.

Risikophase: Kindheit und Jugend

Die Hauptautorin der Studie Rachel Upthegrove erklärte, dass Kindheit und Jugend die zentrale Risikophase für die Entwicklung von Angststörungen sind, die im Erwachsenenalter zu Risikofaktoren für allgemeine psychische Störungen werden.

Die Forscher haben eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen identifiziert, die anhaltende und hohe Angstwerte aufweisen, und diese Personen könnten ein höheres Risiko für spätere psychische Störungen, einschließlich Psychosen, haben.

Die Forscher fanden eine stärkere Verbindung von anhaltend hohen Angstwerten mit psychotischen Störungen als mit psychotischen Erfahrungen.

Dies deutet darauf hin, dass anhaltende Ängste in der Kindheit und Jugend ein besserer Indikator für die Entwicklung zukünftiger formeller psychotischer Störungen sein könnten, während die psychotischen Erfahrungen, die in der Bevölkerung viel häufiger vorkommen als die psychotischen Störungen, eine diversere Gruppe darstellen.

Spezifische Verbindung zwischen Angst und Psychose

Die Experten sind der Ansicht, dass psychotische Erfahrungen im jungen Erwachsenenalter mit einer breiteren Palette potenzieller Risikofaktoren wie Sex und Cannabiskonsum in Verbindung gebracht werden können.

Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zusammenhänge zwischen anhaltenden hohen Angstwerten und Psychosen im Alter von 24 Jahren spezifisch für diese psychische Störung sein könnten, da keine Verknüpfungen mit anderen relevanten psychischen Störungen wie Hypomanie, Phobien oder Drogenmissbrauch gefunden wurden.

© Psylex.de – Quellenangabe: Biological Psychiatry (2021). DOI: 10.1016/j.biopsych.2021.12.003




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