Behandlung von unterschwelliger Depression bei Kindern/Jugendlichen

Studie untersuchte psychologische Behandlungen unterschwelliger Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

16.09.2021 Depressionen bei Kindern und Jugendlichen sind zu einem großen globalen Problem für die öffentliche Gesundheit geworden, das mit verschiedenen negativen gesundheitlichen Folgen verbunden ist, von denen sich viele später im Erwachsenenalter manifestieren.

Eine neue im Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry (JAACAP) veröffentlichte Studie untersuchte unterschwellige Depressionen, eine eher nicht so schwere Form der Depression, die nicht nur eine bedrückte Stimmung, sondern auch einige der anderen Symptome einer Depression umfasst, und berichtet, dass psychologische Interventionen (verbale Psychotherapie) eine moderate, aber signifikante Wirkung auf die Behandlung dieser Art von Depression bei Kindern und Jugendlichen haben können.

Unterschwellige Depressionen

Unterschwellige Depressionen sind durch klinisch relevante Symptome gekennzeichnet, die nicht die Kriterien für eine depressive Störung erfüllen, können aber dennoch funktionell beeinträchtigende Auswirkungen haben, die zu einem erhöhten Risiko für das Auftreten einer schweren Depression und zu persönlichem Leid führen.

Unterschwellige Depressionen sind nachweislich mit erheblichen Beeinträchtigungen und einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer schweren Depression verbunden.

Obwohl mehrere randomisierte Studien die Auswirkungen psychologischer Interventionen bei unterschwelligen Depressionen bei Kindern und Jugendlichen untersucht haben, wurden die Ergebnisse dieser Studien in keiner Metaanalyse zusammengefasst.

Die Metaanalyse

Um eine Verbindung zwischen den vorhandenen Forschungsergebnissen herzustellen, führten die Autoren eine umfassende Suche in bibliografischen Datenbanken durch und fanden 12 Studien, in denen psychologische Behandlungen unterschwelliger Depressionen bei Kindern und Jugendlichen untersucht wurden.

Bei insgesamt 1.576 Teilnehmern wurden diese früheren Ergebnisse mit der üblichen Behandlung oder anderen Kontrollbedingungen verglichen. In einigen Studien wurden auch längere Nachuntersuchungen durchgeführt, um zu ermitteln, wie viele Teilnehmer im Laufe der Zeit eine depressive Störung bzw. klinische Depression entwickelten.

Kleiner Effekt bei Jugendlichen

Die Autoren stellten fest, dass sich die meisten Studien auf Jugendliche konzentrierten und nur zwei Studien Kinder unter 12 Jahren untersuchten; es lagen also nicht genügend Daten vor, um Aussagen über die Auswirkungen einer unterschwelligen Depression bei Kindern zu treffen.

Bei Jugendlichen wurde jedoch ein signifikanter Effekt für die psychologischen Interventionen festgestellt. Die Effektgröße war mäßig (mit einer standardisierten mittleren Differenz von 0,38), was bedeutet, dass etwa acht Jugendliche behandelt werden mussten, um ein positiveres Ergebnis zu erzielen als ohne jegliche Behandlung. Bei Ausschluss von Studien mit geringer Qualität wurden sehr vergleichbare Auswirkungen festgestellt.

Die Gesamtergebnisse ergaben auch einige Hinweise auf eine Publikationsbias (Publikationsverzerrung), ein Phänomen, bei dem negative Studien übersehen (oder überhaupt nicht veröffentlicht) werden, da sie keine Ergebnisse fördern, die ein signifikantes Ergebnis zeigen. Nach statistischer Bereinigung um diese Art von Verzerrung waren die Auswirkungen deutlich geringer (standardisierte mittlere Differenz von 0,24).

Entwicklung von klinischer Depression

Es wurde kein signifikanter Effekt auf die Häufigkeit neuer Fälle von schwerer Depression bei der Nachuntersuchung festgestellt. Obwohl die Ergebnisse in die erwartete Richtung wiesen (das Risiko, eine depressive Störung zu entwickeln, war bei den Behandlungen auf etwa 50 % reduziert), war dies nicht signifikant. Dieses Ergebnis könnte mit der geringen Anzahl von Studien zusammenhängen, die dieses Ergebnis untersucht haben, schreiben die Autoren.

Insgesamt zeigt diese Studie, dass psychologische Behandlungen von unterschwelligen Depressionen bei Jugendlichen positive Auswirkungen haben können. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es jedoch keine ausreichenden Belege dafür, dass diese Interventionen bei Kindern unter 12 Jahren wirksam sind oder dass sie das Auftreten einer schweren Depression im späteren Leben verhindern.

© Psylex.de – Quellenangabe: Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry (2021). DOI: 10.1016/j.jaac.2020.11.024

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