Belastende Kindheitserlebnisse: Folgen für die Psyche

Kinder mit psychisch erkrankten Bezugspersonen und misshandelte Kinder entwickeln eher psychische Erkrankungen

19.08.2021 Das Risiko für psychische Erkrankungen erhöht sich erheblich bei Kindern, wenn sie mit einer Person zusammenleben, die ebenfalls an einer psychischen Störung leidet, oder/und wenn sie missbraucht bzw. misshandelt (viktimisiert) werden laut einer in BMC Medicine veröffentlichten Forschungsarbeit.

Die Studie der Universität Cardiff zeigt, dass Kinder mit psychisch erkrankten Bezugspersonen ein um 63 % höheres Risiko haben, ebenfalls psychisch zu erkranken (u. a. Angststörungen, Depressionen, antisoziales Verhalten und Persönlichkeitsstörungen).

Die Studie

Die Forscher stützten sich auf anonymisierte Aufzeichnungen von Krankenhauseinweisungen und Hausarztbesuchen, die 190.000 in Wales lebende Kinder von der Geburt bis zum Alter von 15 Jahren erfassten. Sie registrierten Symptome der psychischen Gesundheit, Diagnosen und Behandlungen und analysierten psychische Gesundheitsprobleme und Entwicklungsstörungen wie Lernstörungen oder Aufmerksamkeitsdefizite.

Die Autoren um Emily Lowthian fanden heraus, dass psychische Erkrankungen bei den Haushaltsmitgliedern mit einer 42%igen Zunahme von Entwicklungsstörungen einhergingen, zu denen auch Lernbehinderungen oder Aufmerksamkeitsdefizitstörungen gehören.

Psychische Erkrankungen und Viktimisierung

Neben der psychischen Gesundheit war die Wahrscheinlichkeit für psychische Probleme in der Kindheit um 90 % höher und für Entwicklungsstörungen um 65 % höher, wenn die Kinder Viktimisierungserfahrungen wie Misshandlung, Vernachlässigung oder Missbrauch gemacht hatten, so die Studie.

Das erhöhte Risiko einer psychischen Diagnose bei Kindern im Zusammenhang mit Viktimisierung oder der Exposition gegenüber häufigen psychiatrischen Diagnosen und Alkoholproblemen im Haushalt unterstreicht die Notwendigkeit von politischen Maßnahmen und Interventionsstrategien für Kinder und ihre Familien, schreiben die Studienautoren.

© psylex.de – Quellenangabe: BMC Medicine (2021). DOI: 10.1186/s12916-021-02045-x

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