Chronische Schmerzen: Zusätzliche psychologische Interventionen von Nutzen

Studie: Die Behandlung chronischer Schmerzen sollte psychologische Maßnahmen einschließen

06.10.2021 Die Behandlung chronischer Schmerzen mit rezeptfreien und verschreibungspflichtigen Medikamenten birgt ihre eigenen Gesundheitsrisiken, einschließlich unerwünschter Nebenwirkungen und Abhängigkeit.

In der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Psychological Science in the Public Interest (PSPI) zeigt ein Forscherteam, wie psychologische Interventionen Teil eines umfassenden Plans zur Behandlung chronischer Schmerzen sein können und gleichzeitig den Bedarf an Operationen und potenziell gefährlichen Medikamenten verringern.

Psychologische Behandlungen

Die Forschung hat zeigen können, dass psychologische Faktoren beim Auftreten, der Schwere und der Dauer chronischer Schmerzen eine Rolle spielen können. Aus diesen Gründen haben sich verschiedene psychologische Interventionen bei der Behandlung chronischer Schmerzen als wirksam erwiesen.

In dem Artikel beschreiben Mary Driscoll von der Yale University und ihre Kollegen die Maßnahmen, die in der Schmerzmedizin am meisten untersucht wurden, darunter:

  • Unterstützende Psychotherapie, bei der bedingungslose Akzeptanz und einfühlsames Verständnis im Vordergrund stehen
  • Entspannungstraining, d. h. die Anwendung von Atmung, Muskelentspannung und visueller Imagination, um der Stressreaktion des Körpers entgegenzuwirken
  • Biofeedback, bei dem die physiologischen Reaktionen der Patienten auf Stress und Schmerzen (z. B. erhöhte Herzfrequenz, Muskelspannung) überwacht werden und ihnen beigebracht wird, wie sie diese Reaktionen herunterregulieren können
  • Hypnose durch einen geschulten Kliniker, die Veränderungen in der Schmerzverarbeitung, -erwartung oder -wahrnehmung bewirken kann und ein Entspannungstraining beinhaltet
  • Kognitive Verhaltenstherapie, bei der die Patienten lernen, maladaptive Gedanken über Schmerzen, die Stress verursachen, neu zu formulieren, nicht hilfreiche Verhaltensweisen wie Isolation und Inaktivität zu ändern und hilfreiche Verhaltensbewältigungsstrategien (z. B. Entspannung) zu entwickeln
  • Achtsamkeitsbasierte Interventionen, die dazu beitragen, körperliche Schmerzen von emotionalen Schmerzen zu trennen, indem sie das Bewusstsein für den Körper, den Atem und die Aktivität schärfen
  • Psychologisch fundierte Physiotherapie, die Physiotherapie und kognitive Verhaltenstherapie miteinander verbindet

Der PSPI-Bericht befasst sich auch mit Themen wie der integrierten Schmerzbehandlung, d. h. der Verknüpfung medizinischer, psychologischer und sozialer Aspekte der Gesundheitsversorgung, der Zukunft der Schmerzbehandlung und der Verbesserung der Verfügbarkeit und Integration von Strategien zur Schmerzbehandlung.

© Psylex.de – Quellenangabe: Psychological Science in the Public Interest (2021). DOI: 10.1177/15291006211008157

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