Lebenssinn und besseres Gedächtnis: Studie zeigt Zusammenhang

Sinn des Lebens, kognitive Funktion und die Phänomenologie des autobiografischen Gedächtnisses

07.10.2021 Eine neue Studie unter der Leitung von Forschern der Florida State University zeigt einen Zusammenhang zwischen dem Lebenssinn einer Person und ihrer Fähigkeit, sich anschauliche Details zu merken.

Die Forscher fanden heraus, dass sowohl das Gefühl einen Sinn im Leben zu haben als auch die kognitive Funktion das Erinnern erleichtern, dass aber nur der Sinn im Leben die Vorteile von Lebendigkeit und Kohärenz mit sich bringt.

Die Studie

Die Studie, die sich auf Erinnerungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie bezog, wurde in der Zeitschrift Memory veröffentlicht.

Fast 800 Studienteilnehmer gaben Auskunft über ihren Lebenssinn und absolvierten Aufgaben, die ihre kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit im Januar und Februar 2020 maßen, bevor die aktuelle Coronavirus-Pandemie in den USA ausbrach. Die Forscher maßen dann die Fähigkeit der Teilnehmer, persönliche Erinnerungen an die Pandemie im Juli 2020 abzurufen und zu beschreiben, mehrere Monate nach der Gesundheitskrise.

Erinnerungen zugänglicher, kohärenter und lebendiger

Teilnehmer mit einem stärkeren Gefühl für einen Sinn des Lebens berichteten, dass ihre Erinnerungen zugänglicher, kohärenter und lebendiger waren als Teilnehmer mit weniger Lebenssinn. Die Teilnehmer mit einem stärkeren Lebenssinn berichteten auch über viele sensorische Details, sprachen über ihre Erinnerungen mehr aus der Ich-Perspektive und berichteten über mehr positive und weniger negative Gefühle, wenn sie eine Erinnerung abrufen sollten.

Die Forscher fanden auch heraus, dass depressive Symptome nur einen geringen Einfluss auf die Fähigkeit hatten, lebendige Details in Erinnerungen abzurufen, was darauf hindeutet, dass der Zusammenhang zwischen Lebenssinn und Erinnerungsabruf nicht auf die geringeren depressiven Symptome bei Personen mit ausgeprägterem Lebenssinn zurückzuführen ist.

Einen Sinn im Leben haben wurde immer wieder mit einem besseren episodischen Gedächtnis in Verbindung gebracht, z. B. mit der Anzahl der bei einer Gedächtnisaufgabe richtig abgerufenen Wörter. Die neuesten Forschungsergebnisse erweitern diese Zusammenhänge mit dem Gedächtnis, indem sie eine Verbindung zwischen Lebenssinn und dem Umfang des persönlichen Gedächtnisses aufzeigen, schließen die Studienautoren um Angelina R. Sutin.

© Psylex.de – Quellenangabe: Memory, DOI: 10.1080/09658211.2021.1966472

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