Autismus und psychische Störungen

Autismus und psychische Störungen



Psychische Erkrankungen treten bei Kindern mit Autismus sehr häufig auf

22.01.2021 Fast 78 Prozent der Kinder mit Autismus haben mindestens eine psychische Störung und fast die Hälfte hat zwei oder mehr psychische Erkrankungen, so eine neue US-Studie des Fachbereichs für Psychologie der University of British Columbia und des AJ Drexel Autism Institute an der Drexel University (Pennsylvania).

Die im Journal of Clinical Psychiatry veröffentlichte Studie fand auch heraus, dass psychische Störungen bei 44,8 Prozent der Kinder mit Autismus im Vorschulalter vorliegen. Das Ausmaß des Problems in dieser Altersgruppe war zuvor nicht anhand einer großen, bevölkerungsbasierten Stichprobe ermittelt worden.

Im Gegensatz dazu fand die Studie heraus, dass nur 14,1 Prozent der Heranwachsenden ohne Autismus (im Alter von 3-17 Jahren) psychische Erkrankungen aufwiesen.

Die Forscher analysierten Daten aus der 2016 National Survey of Children’s Health, einer Befragung von mehr als 42.000 Betreuungspersonen und mit insgesamt 1.131 mit Autismus-Spektrum-Störung (ASD) diagnostizierten Kindern in ihrer Obhut.

Psychische Störungen / Probleme

Bei diesen Kindern wurde davon ausgegangen, dass sie auch eine psychische Erkrankung hatten, wenn die Eltern/Betreuer berichteten, dass ein Gesundheitsdienstleister bei dem Kind eine der folgenden Diagnosen gestellt hatte:

Alter; Vergleich mit anderen Kindern

Psychische Erkrankungen traten häufiger auf, je älter die autistischen Kinder wurden. Dennoch ist die 44,8-prozentige Prävalenz bei Kindern im Vorschulalter signifikant, da bekannt ist, dass eine frühe Intervention die Effektivität der Behandlung psychischer Störungen erhöht.

Die Studie verglich die Prävalenz von psychischen Störungen bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung, Kindern mit geistigen Behinderungen und Kindern mit anderen chronischen Erkrankungen, die die Aufmerksamkeit des Gesundheitssystems erfordern. Psychische Störungen waren bei Kindern mit Autismus signifikant häufiger als bei den anderen Gruppen.

Zum Beispiel waren Angststörungen bei Kindern mit Autismus 6,3-mal häufiger als bei Kindern mit geistiger Behinderung und dreimal häufiger als bei Kindern mit anderen gesundheitlichen Bedürfnissen.

Es gibt etwas Besonderes an Autismus, das diese psychische Belastung erhöht, und das gilt nicht nur für Angststörungen, sondern auch für Depressionen, Verhaltensstörungen und Aufmerksamkeitsprobleme, schreibt Studienautor Dr. Connor Kerns.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: J Clin Psychiatry 2021;82(1):20m13242

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