Faktoren, die Suizidalität bei gemobbten Jugendlichen begünstigen

Einsamkeit, Schlafstörungen und Alkoholkonsum sind die stärksten Faktoren für suizidales Verhalten bei gemobbten Heranwachsenden

03.06.2021 Forscher haben drei Lebensstilfaktoren ermittelt, die gemobbte Jugendliche für Suizidplanung oder Suizidversuch prädisponieren.

Dr. Yaqoot Fatima von der James Cook University und der University of Queensland war Teil eines Teams, das Daten aus einer Umfrage unter mehr als 280.000 Schülern im Alter von 13-17 Jahren aus 90 Ländern analysierte.

Im Vergleich zu nicht-gemobbten Jugendlichen wiesen Heranwachsende, die Mobbing erlebt haben, eine mehr als doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für Suizidgedanken und Suizidpläne auf, und eine fast dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit für einen Suizidversuch, sagt Studienautor Mehedi Hasan von der Universität von Queensland.

Dr. Fatima sagte, dass mehr als 30 Prozent der befragten Schüler gemobbt worden waren und mehr als 10 Prozent von ihnen einen Suizidversuch unternommen hatten.

Faktoren

Die Forscher schreiben, dass es eine Reihe von Faktoren gab, die Mobbing und Suizidalität miteinander verknüpften, aber drei waren besonders deutlich.

Gemobbte Jugendliche zeigten höhere Auftretensraten von

  • Hunger (8,7 % bei gemobbten vs. 5,0 % bei nicht-gemobbten Jugendlichen),
  • Trinken von Softdrinks (44,0 % vs. 40,2 %),
  • Schulschwänzen (35,8 % vs. 22,7 %),
  • Rauchen (14,0 % vs. 6,9 %),
  • Alkoholkonsum (19,9 % vs. 11,8 %),
  • Peer-Viktimisierung (Mobbing durch Mitschüler; 54,0 % vs. 25, 6%),
  • Konflikte mit Gleichaltrigen (47,4% vs. 20,1%),
  • Schlafstörungen (13,7% vs. 5,6%),
  • Einsamkeit (18,1% vs. 7,6%),
  • keine engen Freunde (7,5% vs. 5,2%),
  • fehlende Unterstützung durch Gleichaltrige (64,9% vs. 53,3%),
  • fehlende elterliche Verbundenheit (67,0% vs. 60,4%) und
  • weniger elterliche Bindung (64,1% vs. 55,2%).

Einsamkeit, Schlafstörungen und Alkoholkonsum

Die stärksten Verbindungen zwischen Mobbing und suizidalem Verhalten waren Einsamkeit, Schlafstörungen und Alkoholkonsum.

Fast ein Fünftel des gesamten Zusammenhangs zwischen Mobbing und Selbstmordgedanken war mit Einsamkeit verbunden. Schlafstörungen und Alkoholkonsum waren in 4 bis 9 Prozent der Fälle die Verbindung zwischen Mobbing und suizidalem Verhalten, sagt Fatima.

Die drei Faktoren können sich gegenseitig verstärken, wobei Alkoholkonsum mit Schlafstörungen und Einsamkeit verbunden ist, Mobber einsame Menschen ins Visier nehmen und Einsamkeit ein häufiges Endergebnis von chronischem Peer-Mobbing ist, da die Opfer isoliert werden.

© psylex.de – Quellenangabe: Psychiatry Research (2021). DOI: 10.1016/j.psychres.2021.113992

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