Fehlgeburt kann Suizidrisiko erhöhen

Schwangerschaft und Fehlgeburt verbunden mit erhöhtem Risiko für einen Suizidversuch bei weiblichen Jugendlichen

04.05.2022 Bei gefährdeten Jugendlichen mit einer Fehlgeburt besteht ein erhöhtes Risiko für einen Suizid, wie neue Forschungsergebnisse des Prevention Science Institute der UO zeigen.

Die Studie befasste sich mit der psychischen Gesundheit von weiblichen Jugendlichen, die sowohl mit dem Jugendstrafsystem als auch mit dem Pflegefamiliensystem zu tun hatten. Die Forscher stützten sich auf einen Langzeitdatensatz, der zwischen 1997 und 2006 erhoben wurde und der die Ergebnisse der Jugendlichen nach dem Eintritt in diese Systeme verfolgte.

Die Forscher fanden heraus, dass eine Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für einen Suizidversuch verbunden ist. Und eine Fehlgeburt hatte einen besonders starken Effekt: Bei Teenagern mit einer Fehlgeburt war das Risiko für einen Suizidversuch doppelt so hoch wie bei Jugendlichen ohne Fehlgeburt. Bei Jugendlichen, die abgetrieben hatten, konnten die Forscher kein derartiges Muster feststellen. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Children and Youth Services Review.

„Eine Fehlgeburt kann für jeden eine wirklich isolierende Erfahrung sein, besonders aber für Menschen ohne ein zuverlässiges Unterstützungssystem“, sagte Studienautorin Camille Cioffi. „Ich denke, es gibt viele Möglichkeiten, auf verschiedenen Ebenen Unterstützung zu leisten.

Selbst für Teenager, die kein starkes Unterstützungssystem haben, um ein Kind großzuziehen, und die ursprünglich nicht geplant hatten, schwanger zu werden, kann der Verlust des Babys ein traumatisches Ereignis sein, sagt sie.

Die besten Lösungen sind die, die individuell zugeschnitten sind, betonte Cioffi. Generell könnte es jedoch hilfreich sein, die Ressourcen für die psychische Gesundheit nach einer Fehlgeburt zu verbessern und Eltern und andere Betreuungspersonen darüber aufzuklären, wie sie Heranwachsende nach einem Schwangerschaftsverlust am besten unterstützen können.

© Psylex.de – Quellenangabe: Children and Youth Services Review (2022). DOI: 10.1016/j.childyouth.2022.106494




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