Insulinresistenz mit Depression verbunden

Drei Messgrößen für Insulinresistenz stehen in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten einer schweren Depression

24.09.2021 Laut einer im American Journal of Psychiatry veröffentlichten Studie sind drei Indikatoren für Insulinresistenz mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten einer schweren depressiven Störung verbunden.

Dr. Kathleen T. Watson von der Stanford University School of Medicine in Kalifornien und Kollegen untersuchten, ob eine Insulinresistenz mit einer erhöhten Rate an neu auftretenden schweren depressiven Störungen während einer neunjährigen Nachbeobachtungszeit verbunden ist.

Die Studie

Zu den Messgrößen der Insulinresistenz gehörten

  • ein hohes Triglycerid : High-Density-Lipoprotein-Verhältnis,
  • Prädiabetes (gemessen am Nüchtern-Plasmaglukosespiegel) und
  • eine ausgeprägte zentrale Adipositas (Fettleibigkeit, gemessen am Taillenumfang).

Die Studienpopulation umfasste 601 Teilnehmer der Netherlands Study of Depression and Anxiety, die zwischen 18 und 65 Jahre alt waren und keine Depressionen oder Angststörungen in der Vergangenheit aufwiesen.

Die Ergebnisse

Die Forscher stellten fest, dass 14 Prozent der Teilnehmer während der Nachbeobachtung eine schwere depressive Störung entwickelten.

Ein höheres Triglycerid-HDL-Verhältnis, ein höherer Nüchternplasmaglukosespiegel und ein höherer Taillenumfang zu Studienbeginn standen in einem positiven Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten einer schweren Depression (Hazard Ratios: 1,89, 1,37 bzw. 1,11).

Ein moderater Anstieg der Insulinresistenz, gemessen am Verhältnis von Triglyceriden zu HDL war also mit einem 89%igen Anstieg der Neuerkrankungsrate an schweren depressiven Störungen verbunden. Ebenso war jede Zunahme des Bauchfetts um 5 Zentimeter mit einer um 11 % höheren Depressionsrate verbunden, und ein Anstieg des Nüchternplasmaglukosespiegels um 18 Milligramm pro Deziliter Blut war mit einer um 37 % höheren Depressionsrate verbunden.

Im Zweijahreszeitraum nach Studienbeginn war die Entwicklung von Prädiabetes positiv mit dem Auftreten einer schweren depressiven Störung verbunden (Hazard Ratio: 2,66). Im gleichen Zeitraum waren die Entwicklung eines hohen Triglycerid-HDL-Verhältnisses und einer ausgeprägten zentralen Adipositas nicht mit dem Auftreten einer schweren Depression verbunden.

Es ist an der Zeit, dass die Gesundheitsdienstleister den Stoffwechselstatus bzw. die Insulinresistenz derjenigen berücksichtigen, die an Stimmungsstörungen leiden, und umgekehrt, indem sie die Stimmung bei Patienten mit Stoffwechselkrankheiten wie Fettleibigkeit und Bluthochdruck beurteilen, sagte ein Mitautor in einer Erklärung.

© Psylex.de – Quellenangabe: The American Journal of Psychiatryhttps://doi.org/10.1176/appi.ajp.2021.20101479

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