Schweres Trauma: Internet-Psychotherapie wirksam

Verlängerte Exposition in komprimierter Form über das Internet kurz nach einem Trauma: Studie

24.09.2021 Traumatische Erlebnisse wie ein Überfall oder ein Verkehrsunfall können zu Albträumen, Flashbacks und anderen psychischen Reaktionen führen. Um eine Verschlimmerung der Probleme zu verhindern, ist eine zugängliche Therapie erforderlich.

Forscher des Karolinska Institutet haben die bislang umfangreichste Evaluierung einer internetgestützten traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (iCBT-T) für Menschen mit einem kürzlich erlittenen Psychotrauma abgeschlossen. Die in der Zeitschrift Psychological Medicine veröffentlichte Studie zeigt vielversprechende Ergebnisse.

Die Studie

An der Studie nahmen 102 Patienten teil, von denen die Hälfte nach einem Trauma ärztliche Hilfe in Anspruch genommen hatte und von denen etwa ein Drittel krankgeschrieben war. Mehr als zwei Drittel der Gruppe erfüllten die Kriterien für eine psychiatrische Diagnose.

Die Studie wurde zwischen Oktober 2019 und Juni 2020 durchgeführt. Drei Wochen lang erhielten 51 Teilnehmer eine über das Internet vermittelte kognivie Verhaltenstherapie, die Kontrollgruppe von 51 Teilnehmern erhielt nach sieben Wochen die Psychotherapie über das Internet. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip einer der beiden Gruppen zugewiesen, die beide nach sechs Monaten nachuntersucht wurden.

Die primäre Ergebnismessung war die PTSD Checklist for DSM-5 (PCL-5).

Die Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass eine zeitlich begrenzte Internet-Intervention für Menschen, die kürzlich ein Trauma wie eine Vergewaltigung, einen Überfall oder einen Verkehrsunfall erlebt haben, sowohl kurz- als auch langfristig die PTBS-Symptome wirksam reduziert.

Die Effektgröße zwischen den Gruppen war in Woche 3 moderat (bootstrapped d = 0,70; 95% CI 0,33-1,06) und in Woche 7 groß (bootstrapped d = 0,83; 95% CI 0,46-1,19). Die Ergebnisse in der Interventionsgruppe blieben bei der 6-monatigen Nachuntersuchung erhalten. Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse festgestellt.

Ein Schwachpunkt der Studie ist, dass die Teilnehmer anhand eines Selbsteinschätzungsbogens und nicht durch ein diagnostisches Interview auf PTBS untersucht wurden.

© Psylex.de – Quellenangabe: Psychological Medicine (2021). DOI: 10.1017/S0033291721003706




Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie voller Name, Anschrift etc).

Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren