Intime Partnerschaften schwächen weiblichen Wettbewerb

Frauen sind bei Spielen gegen Fremde kompetitiver, gewinnen aber trotzdem eher, wenn sie gegen ihre intimen Partner spielen

Intime Partnerschaften schwächen weiblichen Wettbewerb

16.11.2023 Ein Psychologenteam der North China University of Science and Technology’s School of Psychology and Mental Health hat herausgefunden, dass Frauen dazu neigen, bei Gesellschaftsspielen leidenschaftlicher gegen Fremde anzutreten, als wenn sie gegen einen intimen Partner spielen.

In ihrer in der Fachzeitschrift Neuroscience veröffentlichten Arbeit stellt die Gruppe fest, dass Frauen trotz der ausgeglichenen Gewinnchancen bei solchen Spielen auch häufiger gewinnen, wenn sie gegen einen vertrauten Partner spielen.

Frühere Forschungen haben gezeigt, dass Männer in der heutigen Zeit dazu neigen, ihre Partnerinnen bei Gesellschaftsspielen zu schonen, um sie glücklich zu machen. In dieser neuen Studie versuchte das Team in China, diese Theorie zu überprüfen, wobei Probanden ein Gesellschaftsspiel spielen sollten, dessen Verlauf sie dann beobachteten.

In der Studie traten 52 erwachsene Frauen mit anderen in einer visuellen Aufgabe an, bei der es darum ging, so schnell wie möglich auf Reize zu reagieren. Zu Beginn wurde die Gruppe der Frauen in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Eine der Gruppen trat gegen männliche oder weibliche Fremde an. Die zweite Gruppe trat gegen ihren Lebenspartner an.

Während die Frauen an ihren Wettkämpfen teilnahmen, wurden sie über am Kopf befestigte EEG-Sonden überwacht. Anhand der EEG-Messwerte konnte das Forscherteam verfolgen, wie sehr sich die Gehirne der Frauen während des Wettkampfs aktivierten – ein Maß dafür, wie sehr sie zu gewinnen versuchten.

Die Forscher stellten fest, dass die Frauen bei Wettkämpfen gegen Fremde engagierter waren als bei Wettkämpfen gegen ihren Lebensgefährten. Sie fanden auch heraus, dass sie häufiger gewannen, als es allein dem Zufall zuzuschreiben wäre, wenn sie gegen ihren intimen Partner spielten, ein Zeichen dafür, dass ihr Partner nicht so engagiert spielte, wie es ihm möglich war, oder aktiv dafür sorgte, nicht zu gewinnen.

Die Forscher vermuten, dass das Verhalten der Männer in der Studie ein Beispiel dafür ist, was sie als “Partnererhaltungsverhalten” bezeichnen. Diese Strategie deutet laut den Wissenschaftlern darauf hin, dass ein Mann eher an seiner Partnerin festhält, wenn er sich bemüht, sie bei Laune zu halten – in diesem Fall, indem er sie bei Gesellschaftsspielen gewinnen lässt.

© Psylex.de – Quellenangabe: Neuroscience (2023). DOI: 10.1016/j.neuroscience.2023.10.013

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