Konsum traditioneller Medien hat wenig Einfluss auf Wohlbefinden

Forscher können keine Auswirkungen verschiedener Medientypen auf Wohlbefinden und Ängstlichkeit feststellen

07.01.2022 Der Konsum traditioneller Medien – einschließlich Bücher, Musik und Fernsehen – hat nur geringe Auswirkungen auf das kurzfristige psychische Wohlbefinden von Erwachsenen laut einer neuen in Scientific Reports veröffentlichten Studie.

Häufig wird angenommen, dass die Beschäftigung mit traditionellen Medien das psychische Wohlbefinden verbessert, während die Nutzung neuerer Medien, wie z. B. sozialer Medien, das Wohlbefinden verschlechtert, schreiben die Autoren. Bislang fehlte jedoch der Nachweis, dass der Konsum traditioneller Medien das Wohlbefinden verbessert.

Die Studie

Niklas Johannes und Kollegen untersuchten die Mediennutzungsgewohnheiten und das Wohlbefinden von 2.159 Erwachsenen im Vereinigten Königreich zwischen April und Mai 2020 während der COVID-19-Pandemie, anhand von Daten, die im Rahmen einer landesweit repräsentativen Umfrage erhoben wurden.

In wöchentlichen Umfragen, die über einen Zeitraum von sechs Wochen durchgeführt wurden, berichteten die Teilnehmer über die Zeit, die sie in der vorangegangenen Woche mit Musik, Fernsehen, Filmen, Videospielen, Büchern, Zeitschriften und Hörbüchern verbracht hatten, sowie über ihr psychisches Wohlbefinden und ihre Angstzustände am Vortag.

Wohlbefinden und Ängstlichkeit

Personen, die Bücher, Zeitschriften oder Hörbücher konsumierten, waren ähnlich zufrieden und ängstlich wie diejenigen, die dies nicht taten, während Befragte, die sich mit Musik, Fernsehen, Filmen und Videospielen beschäftigten, tendenziell weniger zufrieden und ängstlicher waren als diejenigen, die dies nicht taten. Diese Unterschiede waren jedoch gering und nicht kausal.

Teilnehmer mit geringerem psychischen Wohlbefinden und höherem Angstniveau beschäftigten sich auch eher mit Musik, Fernsehen, Filmen und Videospielen, und nicht mit Büchern, Zeitschriften oder Hörbüchern.

Trotz der Unterschiede im Wohlbefinden, die zwischen den Nutzern verschiedener Medienformen beobachtet wurden, sagten Veränderungen in den von den Teilnehmern konsumierten Medienarten und der Zeit, die sie mit traditionellen Medien verbrachten, keine wesentlichen Veränderungen im Angstniveau oder Wohlbefinden voraus.

Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Gesamtauswirkungen des Konsums traditioneller Medien auf das kurzfristige Wohlbefinden vernachlässigbar sind.

© Psylex.de – Quellenangabe: Scientific Reports (2022) www.nature.com/articles/s41598-021-03218-7

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