Kreativitätssteigerung durch Nutzen der Emotionen

Studie untersuchte die Auswirkungen der „affektiven Vielfalt im Team“ auf die Teamkreativität

18.08.2021 Wenn Sie ein Team für ein Projekt zusammenstellen, neigen Sie vielleicht dazu, Menschen mit einer fröhlichen, optimistischen Grundhaltung und flexiblem Denken auszuwählen. Eine neue Managementstudie zeigt jedoch, dass Ihr Team auch von Menschen profitieren könnte, die genau das gegenteilige Verhalten an den Tag legen, so die Experten der Rice University, der University of Western Australia, der Bond University und der University of Queensland.

Die von Jing Zhou mitverfasste und im Journal of Organizational Behavior veröffentlichte Studie untersuchte die Auswirkungen der „affektiven Vielfalt im Team“ auf die Kreativität des Teams.

Teammitglieder mit negativem / positivem Affekt

Teammitglieder mit „negativem Affekt“ zeichnen sich durch kritisches und beharrliches Denken aus, das es ihnen ermöglicht, Probleme zu erkennen, die einer Lösung bedürfen. Auch suchen sie eher nach relevanten Informationen und bewerten sie kritischer. Teammitglieder mit „positivem Affekt“ hingegen verfügen über ein breit gefächertes und flexibles Denken, das ihre Informationspalette erweitert und ihnen hilft, ungewöhnliche und kreative Verbindungen zu erkennen, so die Forscher.

Zu einem bestimmten Zeitpunkt können einige Teammitglieder einen positiven Affekt wie Freude und Inspiration empfinden, während andere einen negativen Affekt wie Frustration und Sorge empfinden, so Zhou. Anstatt zu versuchen, die Affekte der Teammitglieder zu homogenisieren, sollten Teams die affektive Heterogenität annehmen.

Affektive Heterogenität führt zu größerer Kreativität

Wenn ein Team ein hohes Maß an dieser „affektiven Heterogenität“ erfährt, führt das, was Zhou als „duale Abstimmung“ bezeichnet, zu größerer Kreativität.

Die Forscher testeten ihre Hypothesen an 59 Teams, die an einem semesterlangen Projekt im Rahmen eines Management-Grundstudiums an einer Universität in Hongkong arbeiteten. Jedes Team entwickelte einen Geschäftsplan, bei dem es darum ging, ein neues Produkt zu entwerfen und es von möglichen Konkurrenten auf dem Markt zu unterscheiden.

Transaktives Gedächtnissystem

Zhou betont, dass die „affektive Heterogenität“ eines Teams als Ressource für die Kreativität des Teams dienen kann. Diese einzigartige Art der Vielfalt erleichtert die Teamkreativität, vorausgesetzt, die Teams verfügen über ein starkes sogenanntes „transaktives Gedächtnissystem“ („Gruppengeist“; ein transaktives Gedächtnissystem ist ein Mechanismus, durch den Gruppen gemeinsam Wissen kodieren, speichern und abrufen).

Die Studie legt nahe, dass Teams bei der Nutzung ihrer affektiven Heterogenität durch Interventionen unterstützt werden können, die sich auf den Aufbau des transaktiven Gedächtnissystems des Teams konzentrieren, das beschleunigt werden kann, wenn die Teammitglieder Zeit miteinander verbringen, Ziele teilen, Informationen über die Spezialisierungen der Mitglieder erhalten und gemeinsam an der Aufgabe arbeiten, so Zhou.

© psylex.de – Quellenangabe: Journal of Organizational Behavior, 2021; DOI: 10.1002/job.2535

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