Zweisprachigkeit mit späterem Demenzbeginn verbunden

Zweisprachigkeit mit späterem Demenzbeginn verbunden

Neurologische Erkrankungen – Demenzerkrankungen

11.11.2013 Neurologische Forscher haben entdeckt, dass das Sprechen zweier Sprachen den Beginn dreier Demenzformen (Alzheimer, frontotemporale und vaskuläre Demenz) verschieben kann.

Bildung kein ausreichend erklärender Faktor

In der bisher größten Studie zu diesem Thema, entdeckten die Forscher des Nizam Institute of Medical Sciences in Hyderabad, India, dass zweisprachige Menschen 4 1/2 Jahre später als einsprachige Personen Demenz entwickelten.

„Unsere Studie ist die erste, die zeigt, dass bei Menschen, die nicht lesen können, das Sprechen von zwei Sprachen einen Vorteil bietet (hinsichtlich des Beginns der Erkrankung), was nahelegt, dass das Niveau der Ausbildung keine ausreichende Erklärung ist“, sagte Studienautorin Suvarna Alladi.

Zweisprachigkeit mit späterem Demenzbeginn verbunden

„Es wird angenommen, dass das Sprechen von mehr als einer Sprache dazu führt, die Entwicklung der Bereiche des Gehirns zu verbessern, die die Aufmerksamkeits- und Exekutivfunktionen übernehmen, was den Beginn von Demenz hinauszögern könnte.“

Für die Studie wurden 648 Menschen aus Indien mit einem durchschnittlichen Alter von 66 Jahren, die mit Demenz diagnostiziert wurden, untersucht. Von diesen sprachen 391 zwei oder mehr Sprachen.

Verzögerung bei Alzheimer, frontotemporaler und vaskulärer Demenz

240 hatten die Alzheimer Krankheit, 189 vaskuläre Demenz und 116 frontotemporale Demenz, die übrigen zeigten Lewy-Körper-Demenz und vermischte Demenzformen. Vierzehn Prozent waren Analphabeten.

Personen, die bilingual sprachen, zeigten einen späteren Beginn von Alzheimer Krankheit, frontotemporaler und vaskulärer Demenz als diejenigen, die nur eine Sprache sprachen.

Der Unterschied wurde auch bei den Teilnehmern festgestellt, die nicht lesen konnten. Es gab auch keinen zusätzlichen Vorteil, wenn man mehr als drei Sprachen sprach.

Die Zwei-Sprachen-Wirkung auf den Beginn der Demenz zeigte sich auch, wenn auf andere Faktoren wie Bildung, Geschlecht, Beruf und ob die Teilnehmer in der Stadt oder auf dem Land leben, geprüft wurde.

Quelle: Nizam Institute of Medical Sciences in Hyderabad, India, Nov. 2013

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