„Nutztiere“ verdienen gleiche Behandlung wie Haustiere, denken zumindest Kinder

Speziesismus: Altersbedingte Moralvorstellungen zur Tierhaltung; Kinder unterscheiden sich in ihren moralischen Ansichten über Tiere drastisch von Erwachsenen

11.04.2022 Forscher der Universität Exeter befragten Kinder im Alter von 9-11 Jahren über den moralischen Status und die Behandlung von „Nutztieren“ (Schweinen), Haustieren (Hunden) und Menschen.

Im Gegensatz zu Erwachsenen sind die Kinder der Meinung, dass Nutztiere genauso behandelt werden sollten wie Menschen und Haustiere, und halten das Essen von Tieren für weniger moralisch vertretbar als Erwachsene.

Speziesismus

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass „Speziesismus“ – eine moralische Hierarchie, die verschiedenen Tieren einen unterschiedlichen Wert beimisst – im Jugendalter erlernt wird.

Die Beziehung der Menschen zu Tieren ist voller ethischer Doppelmoral, so Dr. Luke McGuire von der Universität Exeter.

„Einige Tiere sind geliebte Hausgenossen, während andere aus wirtschaftlichen Gründen in Massentierhaltungen gehalten werden.“

„Die Urteile scheinen weitgehend von der Art des betreffenden Tieres abzuhängen: Hunde sind unsere Freunde, Schweine sind Nahrung.“

Irgendetwas scheint in der Pubertät zu passieren

Das Forscherteam befragte 479 in England lebende Personen aus drei Altersgruppen: 9-11, 18-21 und 29-59.

Die beiden Erwachsenengruppen hatten relativ ähnliche Ansichten – was darauf hindeutet, dass sich die Einstellung zu Tieren typischerweise zwischen dem Alter von 11 und 18 Jahren ändert.

Irgendetwas scheint in der Pubertät zu passieren, wo die frühe Liebe zu Tieren komplizierter wird und wir mehr Speziesismus entwickeln, so McGuire.

„Es ist wichtig zu erwähnen, dass selbst Erwachsene in unserer Studie den Verzehr von Fleisch für weniger moralisch akzeptabel hielten als den Verzehr von tierischen Produkten wie Milch.“

„Die Abneigung dagegen, dass Tieren – auch Nutztieren – Schaden zugefügt wird, verschwindet also nicht völlig.“

Die Studie ergab auch, dass Menschen mit zunehmendem Alter Nutztiere eher als „Lebensmittel“ denn als „Haustiere“ einstufen, während Kinder Schweine mit gleicher Wahrscheinlichkeit in eine der beiden Kategorien einordnen.

Moralische Intelligenz von Kindern

Während die Anpassung von Einstellungen ein natürlicher Teil des Erwachsenwerdens ist, sagte Dr. McGuire, dass die „moralische Intelligenz von Kindern“ ebenfalls wertvoll sei.

„Wenn wir wollen, dass sich die Menschen aus ökologischen Gründen mehr pflanzlich ernähren, müssen wir das derzeitige System irgendwo unterbrechen“, sagte er.

Wenn Kinder zum Beispiel in der Schule mehr pflanzliche Lebensmittel essen würden, könnte das ihren moralischen Werten besser entsprechen und die in dieser Studie festgestellte „Normalisierung“ hin zu den Werten der Erwachsenen verringern.

© Psylex.de – Quellenangabe: Social Psychological and Personality Science, 2022; 194855062210861 DOI: 10.1177/19485506221086182

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Erfahrungen zu “„Nutztiere“ verdienen gleiche Behandlung wie Haustiere, denken zumindest Kinder”

  1. Hallo, ich bin 45 Jahre und ernähre mich seit ca 11 Jahren rein pflanzlich , da ich es nicht mehr vertreten konnte, das ein Lebewesen für meinen vermeintlichen Genuss leiden und sterben muss. Mir geht es auch viel besser und fühle mich sehr jung , geistig und körperlich.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie voller Name, Anschrift etc).