Psychisch krank durch Drogen?

Drogensucht ist mit negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit verbunden

14.07.2021 Neue im International Journal of Mental Health and Addiction veröffentlichte Forschungsergebnisse legen nahe, dass Menschen mit Drogenabhängigkeit in der Vorgeschichte seltener eine gute psychische Gesundheit haben und eher an psychischen Erkrankungen leiden.

Die Forscher verglichen eine landesweit repräsentative Stichprobe von 460 Kanadiern mit Drogensucht (illegale Drogen; ohne Cannabis) in der Vorgeschichte mit 20.305 Kanadiern ohne Drogenabhängigkeit unter Verwendung von Daten aus dem Canadian Community Health Survey-Mental Health von Statistic Canada.

Während 80 % der Personen mit einer Vorgeschichte von Drogenabhängigkeit in Remission waren, litt mehr als die Hälfte (52,1 %) immer noch an einer psychischen Erkrankung. Darüber hinaus befanden sich nur 37,9 % in einem ausgezeichneten psychischen Gesundheitszustand, was deutlich unter den 74,1 % der Kanadier ohne eine Vorgeschichte von Drogensucht liegt, die einen ausgezeichneten psychischen Gesundheitszustand hatten. Um als psychisch sehr gesund zu gelten, mussten die Teilnehmer Folgendes angeben

  • Freiheit von psychischen Erkrankungen im letzten Jahr (d.h. Substanzabhängigkeit, psychiatrische Störungen, Suizidalität);
  • fast tägliches Glücklichsein bzw. Lebenszufriedenheit im letzten Monat; und
  • ein hohes Maß an sozialem und psychologischem Wohlbefinden im letzten Monat.

Schützende Faktoren

Die aktuelle Studie fand mehrere Faktoren, die mit einer ausgezeichneten psychischen Gesundheit bei denjenigen in Verbindung gebracht wurden, die sich in Remission von der Drogenabhängigkeit befanden, einschließlich eines höheren Alters und sozialer Unterstützung.

Wenn Menschen älter werden, erleben sie oft eine Abnahme der Impulsivität und eine erhöhte Rollenverantwortung in ihrem persönlichen und beruflichen Leben, sagt Studienautorin Esme Fuller-Thomson von der University of Toronto und Direktorin des Institute for Life Course and Aging. Ältere Menschen bewegen sich oft weg von den sozialen Kreisen und Kontexten, in denen Drogenkonsum häufiger vorkommt, was wiederum ihre Genesung unterstützen kann, sagt sie.

Zu den weiteren Faktoren, die mit der Beendigung der Drogensucht und einer ausgezeichneten psychischen Gesundheit in Verbindung gebracht wurden, gehörten eine postsekundäre Ausbildung, Verheiratetsein und das Fehlen von chronischer klinischer Depression oder generalisierter Angststörung.

Obwohl in der für die Studie verwendeten Erhebung von Statistics Canada keine Informationen über Interventionen erhoben wurden, die die Teilnehmer zur Unterstützung ihrer Genesung in Anspruch genommen haben, deuten andere Forschungsergebnisse darauf hin, dass verschiedene psychosoziale Ansätze (wie Motivational Interviewing, kognitive Verhaltenstherapie) und pharmakologische Ansätze (wie Opioid-Agonisten-Therapie) Menschen dabei helfen können, den Drogenkonsum zu reduzieren und sich von der Abhängigkeit zu befreien, schreiben die Studienautoren.

© psylex.de – Quellenangabe: MacNeil, A., Fuller-Thomson, E. Factors Associated with Recovery and Flourishing Mental Health in a National Sample of Canadians with a History of Illicit Drug Dependence. Int J Ment Health Addiction (2021). http://dx.doi.org/10.1007/s11469-021-00579-y




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