Schlafforschung / Schlafpsychologie II

Schlafforschung / Schlafpsychologie

Biologische Psychologie

News und Forschungsartikel, die sich mit der Psychologie und Biologie des Schlafes beschäftigen.

Die meisten körperlichen Aktivitäten lassen einen besser schlafen

Viele Sportarten fördern einen gesunden Schlaf, doch durch einige physische Aktivitäten wird er schlechter.

Forscher von der Universität Pennsylvania analysierten die Daten von mehr als 429.000 US-amerikanischen Erwachsen.

Sie fanden, dass Aktivitäten wie Radfahren, Spazierengehen, Laufen, Gewichtheben, Aerobic, Gymnastik, Gartenarbeit, Yoga, Pilatus und Golfspielen mit einem guten Schlaf verbunden waren.

Dagegen zeigten Personen, die lästige Haushaltsarbeiten erledigten und/oder Kinder zu betreuen hatten, ein größeres Risiko für einen schlechten Schlaf laut der auf dem jährlichen Meeting der Associated Professional Sleep Societies in Seattle veröffentlichten Studie.

Die Ergebnisse dieser Studie überraschten den Studienautor Michael Grandner: Nicht nur sind einfache Aktivitäten wie Spazierengehen mit einem besseren Schlaf verbunden, diese Wirkungen zeigten sich noch stärker bei zielgerichteten Aktivitäten wie Laufen, Yoga und sogar bei Gartenarbeit und Golfen, sagte Grandner.

Interessanterweise fanden die Personen, die ihre Aktivitäten hauptsächlich mit Hausarbeit und Kinderbetreuung verbrachten, eher einen schlechten Schlaf.

Wir wissen, dass die Anforderungen durch Hausarbeit und Arbeitswelt die Hauptgründe für Schlafprobleme sind, fügte er hinzu.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität Pennsylvania, Associated Professional Sleep Societies; Juni 2015

Schlaf kann den Zugang zu Vergessenem erleichtern

28.07.2015 Schlaf verfestigt nicht nur unsere Erinnerungen, er macht es uns auch einfacher, vergessene Inhalte aus dem Gedächtnis abzurufen laut einer aktuellen Studie der Universität Exeter und dem Basque Centre for Cognition, Brain and Language.

Mit anderen Worten: Wenn man sich an etwas nicht erinnert, kann der Schlaf einer Nacht Vergessenes mit größerer Wahrscheinlichkeit zurückbringen.

Gedächtnis wird ‚aufgefrischt‘

Die in der Zeitschrift Cortex herausgegebenen Befunde legen nahe, dass wir nach dem Schlafen uns fast zweimal wahrscheinlicher an Informationen erinnern, an die wir uns vorher im Wachzustand nicht erinnern konnten.

In zwei Situationen, in denen die Teilnehmer der Studie im Verlauf von 12 Stunden vergaßen, konnte der Schlaf einer Nacht den Zugang zu den Gedächtnisspuren fördern, die anfangs für den Abruf zu schwach gewesen waren.

In der Studie sollten die einen Teilnehmer erfundene Wörter lernen: die einen unmittelbar vor dem Schlafengehen am Abend, die anderen am Morgen 12 Stunden vor dem Re-Test. Alle Teilnehmer wurden dann unmittelbar nach dem Lernen gleich auf die Wörter abgefragt und 12 Stunden später nach dem Schlafen bzw. nach der 12-stündigen Wachperiode.

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Bild von: gabicuz (pixabay)

Vergessenes wurde gefunden

Der Forscher stellten fest: Schlaf half, sich beim 2. Test (nach der Nachtruhe) an die beim 1. Test nicht präsenten Wörter zu erinnern.

Studienautor und experimenteller Psychologe Dr. Nicolas Dumay sagte, dass Schlaf die Wahrscheinlichkeit fast verdoppelte, sich an die vorher nicht abrufbaren Informationen zu erinnern. Während wir schlafen, scheinen wir also aktiv Informationen einzustudieren, die als ‚wichtig‘ gekennzeichnet wurden.

Hippocampus

Dumay nimmt an, dass der Hippocampus – eine innere Struktur im Schläfenlappen des Gehirns – das Gedächtnis verbessere. Er würde vor kurzem enkodierte Episoden wieder ‚entpacken‘ und sie an Regionen des Gehirns wiedergeben, die ursprünglich an deren Aufnahme involviert waren. Dadurch können größere Tagesgeschehnisse wirksam wiedererlebt werden.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität Exeter, Basque Centre for Cognition, Brain and Language, Cortex; Juli 2015

Zu wenig Schlaf erhöht Erkältungsrisiko

01.09.2015 Wissenschaftler haben in einer Studie mit 164 erwachsenen Teilnehmer bestätigen können, dass das Immunsystem sich bei zu wenig Schlaf verschlechtert.

Die Studienteilnehmer wurden zwei Monate gesundheitlich untersucht, zu Faktoren wie Stress, Temperament, Alkohol- und Zigarettenkonsum befragt. Die Forscher verfolgten auch ihre Schlafmuster für sieben Tage mit einem Sensor, der Schlaflänge und Schlafqualität erfasste.

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Anschließend bezogen die Teilnehmer ein Hotel und ihnen wurde ein Erkältungsvirus über Nasentropfen verabreicht. Sie wurden eine Woche überwacht und ihnen täglich Schleimproben entnommen, um zu sehen, ob sie sich erkältet hätten.

Die Befunde

Teilnehmer, die pro Nacht weniger als sechs Stunden schliefen, erkälteten sich 4,2-mal wahrscheinlicher als diejenigen, die mehr als sieben Stunden schliefen. Personen, die weniger als fünf Stunden schliefen, hatten eine 4,5-mal größere Wahrscheinlichkeit für eine Erkältung.

Studienleiter Dr. Aric Prather sagte in der Zeitschrift Sleep, dass Faktoren wie Alter, Stress, Rauch-Status, Rasse, Bildung oder Einkommen keine Rolle gespielt hätten. Selbst als alle diese Faktoren berücksichtigt wurden, war der Faktor Schlaf eine überwältigend starke Vorhersagevariable für eine Erkältung.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Carnegie Mellon University, Sleep; August 2015

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