Emotionspsychologie – Psychologie der Emotionen III

Emotionspsychologie – Psychologie der Emotionen

Psychologie-Lexikon

Unsere Kopfbewegungen übermitteln Emotionen

04.11.2015 Wenn Menschen sprechen oder singen, nicken sie oft mit, kippen und neigen ihre Köpfe, um verbale Nachrichten zu verstärken. Aber wie wirkungsvoll sind diese Kopfgesten bei der Übermittlung von Emotionen?

Laut den Forschern der McGill Universität in Montreal sehr wirkungsvoll. Steven R. Livingstone und Caroline Palmer vom Fachbereich für Psychologie stellten fest, dass Menschen sehr genau die Emotionen basierend allein auf den Bewegungen des Kopfes – ohne verbale oder Mimikhinweise – erfassen können.

Mit Hilfe von Motion Capture zur Verfolgung der Kopfbewegungen in drei Dimensionen zeichneten Livingstone und Palmer die Kopfbewegungen von Personen auf, während sie mit verschiedenen Emotionen sprachen oder sangen.

Die Forscher führten diese Videoclips dann den Testteilnehmern ohne Ton und mit verdeckter Mimik des Sängers/Sprechers vor, so dass nur die Kopfbewegungen zu erkennen waren. Die Teilnehmer sollten nun die Emotionen identifizieren.

Wenn Menschen sprechen, bewegen sich ihre Köpfe so, dass sich ihre Emotionen offenbaren, schrieben die Wissenschaftler in der Zeitschrift Emotion. Und dies können Beobachter bemerkenswert gut feststellen.

Während sich die Kopfbewegungen für fröhliche und traurige Emotionen voneinander unterschieden, waren sie sich über Sprache und Gesang doch sehr ähnlich, trotz der Differenzen in der stimmlichen Akustik, sagte Livingstone.

Mögliche Anwendungen

Laut den Forschern könnten die Befunde für neue Anwendungen in Situationen angewendet werden, in denen Ton nicht verfügbar ist, wie die automatische Erkennung von emotionalen Zuständen im Verhalten von vielen Menschen oder bei Hörverlusten, oder bei Anwendungen in der Informatik und Robotik, in denen der Einsatz von expressiven Kopfbewegungen dazu beitragen kann, humanoide Roboter lebensechter und zugänglicher zu machen (z.B. im Verkauf oder der Pflege).

© PSYLEX.de – Quellenangabe: McGill Universität, Emotion; Nov. 2015

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