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Konzentrationsprobleme, Konzentration

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Bloße Anwesenheit des Smartphones verringert die Konzentrationsfähigkeit

26.06.2017 Laut einer im Fachblatt Journal of the Association for Consumer Research veröffentlichte Studie der Universität Texas (Austin) wird die kognitive Kapazität deutlich reduziert und es gibt mehr Konzentrationsprobleme, wenn das Smartphone in Reichweite ist - auch wenn es ausgeschaltet ist.

Die Wissenschaftler führten Experimente mit fast 800 Smartphone-Anwendern durch.

In einem Experiment sollten die Teilnehmer an einem Computer sitzen und eine Reihe von Tests durchführen, die die volle Konzentration erforderten, um gut zu punkten. Die Tests maßen die kognitiven Fähigkeiten der Teilnehmer - z.B. die Fähigkeit des Gehirns, Daten zu halten und zu verarbeiten.

Aus den Augen, aus dem Sinn

Vor dem Beginn sollten die Teilnehmer (nach Zufallsprinzip), ihre Smartphones entweder auf dem Schreibtisch nach unten legen, in die Tasche oder einen persönlichen Beutel stecken, oder in einem anderen Raum platzieren. Alle Teilnehmer sollten ihre Telefone ausstellen.


Bild: Niek Verlaan

Die Teilnehmer, deren Smartphones sich in einem anderen Raum befanden, übertrafen deutlich alle anderen Teilnehmer bei den Punkten. Die Probanden, deren Handys ausgeschaltet auf dem Schreibtisch lagen, schnitten klar am schlechtesten ab.

Die Ergebnisse legen, dass die bloße Anwesenheit des eigenen Smartphones die verfügbaren kognitiven Fähigkeiten verringert und das Denken beeinträchtigt, wodurch es zu Konzentrationsprobleme kommt, obwohl die Leute berichteten, dass sie ihre volle Aufmerksamkeit und ihre Konzentration auf die jeweilige Aufgabe legten.

Die bewussten Gedanken nehmen das Smartphone vielleicht nicht zur Kenntnis, aber dieser Prozess - der Prozess, bewusst nicht an etwas zu denken - verbraucht einige der begrenzten kognitiven Ressourcen, schreibt Studienautor Professor Adrian Ward.

Smartphone-Abhängigkeit

In einem anderen Experiment untersuchten die Wissenschaftler, wie stark die Beeinträchtigung der kognitiven Kapazität bei Personen mit selbstberichteter Smartphone-Abhängigkeit bei diesen Konzentrationstests und dem Setting aus dem ersten Experiment ausfiele.

Teilnehmer, die am stärksten von ihren Smartphones abhängig waren, schnitten bei den Tests im Vergleich zu ihren weniger abhängigen Kollegen schlechter ab, aber nur, wenn sie ihre Smartphones auf dem Schreibtisch liegen hatten oder sie in die Tasche steckten.

Es war sogar egal, ob das Smartphone einer Person ein- oder ausgeschaltet war, oder ob es umgedreht oder nach oben auf dem Tisch lag.

Mit einem Smartphone in Sicht- oder Reichweite, verringerte sich die Fähigkeit einer Person, sich zu konzentrieren und die Denkaufgaben durchzuführen, weil ein Teil ihres Gehirns aktiv arbeitete, um nicht das Smartphone anzusehen, zu überprüfen oder zu benutzen.

In den Experimenten wurden die Teilnehmer nicht durch Benachrichtigungen etc. über ihre Handys abgelenkt, sagte Ward. Die bloße Anwesenheit ihres Smartphones reicht aus, um zu Konzentrationsproblemen zu führen und die kognitiven Fähigkeiten zu reduzieren, schloss er. Angeschaltete Smartphones würden die Effekte natürlich noch potenzieren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Texas (Austin), Journal of the Association for Consumer Research - DOI: 10.1086/691462; Juni 2017

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