Technoferenz und die Psyche

Technoferenz und die Psyche

Medienpsychologie

News und Forschungsartikel aus der Psychologie, die sich mit dem Einfluss von Handys und Smartphones auf unsere Konzentration / Psyche beschäftigen, insbesondere der Technoferenz (aus dem Englischen technoference), die die Störungen des Alltags- und Beziehungslebens durch Smartphonenutzung abbildet.

Problematisches Smartphoneverhalten – Wird es schlimmer?

28.03.2019 Eine in Frontiers in Psychiatry publizierte Forschungsarbeit zur Technoferenz – dem Maß, in dem das Smartphone das eigene Leben bzw. das Beziehungsleben beeinflusst / stört – befragte (2018) 709 Smartphonenutzer aus ganz Australien im Alter von 18 bis 83 Jahren zu psychologischen Eigenschaften und Verhaltensweisen (bei der Nutzung des Smartphones), wobei sie Fragen aus einer ähnlichen Umfrage aus dem Jahr 2005 benutzte.

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Umfrage 2018 gehören:

Smartphone
Bild: Anna Kropekk (pixabay)

  • Jede fünfte Frau (19,5 Prozent) und jeder achte Mann (11,8 Prozent) bekommt aufgrund der Zeit, die sie auf ihren Smartphones verbringen, inzwischen weniger Schlaf (2005 waren es 2,3 Prozent der Frauen und 3,2 Prozent der Männer).
  • 12,6 Prozent der Männer sagen, dass ihre Produktivität als direkte Folge der Zeit, die sie auf ihrem Handy verbringen, gesunken ist – verglichen mit keiner Beeinträchtigung im Jahr 2005 – und 14 Prozent der Frauen haben auch einen Produktivitätsrückgang festgestellt (2,3 Prozent im Jahr 2005).
  • 14 Prozent der Frauen versuchen, die am Telefon verbrachte Zeit zu verbergen (3 Prozent im Jahr 2005), ebenso wie 8,2 Prozent der Männer (3,2 Prozent im Jahr 2005).
  • 54,9 Prozent der Frauen glauben, dass es ihren Freunden schwer fallen wird, mit ihnen in Kontakt zu treten, wenn sie kein Smartphone haben (gegenüber 28,8 Prozent), und 41,6 Prozent der Männer dachten dies ebenfalls (fast identisch mit 41,9 im Jahr 2005).
  • 8,4 Prozent der Frauen (von 3 Prozent) und 7,9 Prozent der Männer (von 1,6 Prozent) haben Schmerzen, die sie der Mobiltelefonnutzung zuschreiben.
  • 25,9 Prozent der Frauen (von 3,8) und 15,9 Prozent der Männer (von 6,5) sagen, dass es Zeiten gibt, in denen sie lieber ihr Smartphone benutzen würden, als sich mit dringenderen Problemen zu befassen. Bei den 18- bis 25-Jährigen waren es 51,4 Prozent (Vorjahr 10,5).

Technoferenz hat zugenommen

Studienautor Oviedo-Trespalacios von der Queensland University of Technology sagte, dass die Umfrage ein interessantes psychologisches Muster der „Technoferenz“ und die Auswirkungen auf unsere Psyche bzw. Verhalten aufgedeckt habe.

Wenn wir über Technoferenz sprechen, beziehen wir uns auf die alltäglichen Störungen und Unterbrechungen, die Menschen durch Mobiltelefone und deren Nutzung erfahren, sagte er.

Die Umfrage ergab, dass die Technoferenz bei Männern und Frauen über alle Altersgruppen hinweg zugenommen hatte.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Frontiers in Psychiatry – DOI: 10.3389/fpsyt.2019.00105

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