Dating-Apps (Psychologie, Psyche)





Sozialpsychologie / Medienpsychologie

Dating-Apps (Psychologie, Psyche)

Forschung / Newsartikel zur Psychologie hinter den Dating-Apps und der Psyche der Nutzer

Die Psyche von Dating-App-Benutzern: Was zwanghafte Nutzer gemeinsam haben

02.08.2019 Einsamkeit und soziale Angst ist eine schlechte Kombination für alleinstehende Menschen, die Dating-Apps auf ihren Smartphones verwenden, laut einer im Journal of Social and Personal Relationships veröffentlichten psychologischen Studie.

Die Psychologen fanden heraus, dass Menschen mit solchen Persönlichkeitseigenschaften eher als andere über negative Folgen aufgrund der Nutzung ihrer Dating-App berichteten.

Es ist nicht nur, dass sie ihr Smartphone oft benutzen, sagt Studienautorin Kathryn Coduto vom Fachbereich Psychologie der Ohio State Universität.


Bild: Gerd Altmann

Sie habe Leute gesehen, die Dating-Apps zwanghaft benutzten. Sie würden ihre Telefone herausnehmen, wenn sie mit Freunden essen gehen oder wenn sie in Gruppen unterwegs sind. Sie können wirklich nicht aufhören, diese Apps zu benutzen, schreibt sie.

Negative Auswirkungen

Es gab Teilnehmer, die von der Schule oder der Arbeit fernblieben oder dort in Schwierigkeiten gerieten, weil sie ständig die Dating-Apps auf ihren Handys überprüften.

Die Teilnehmer waren 269 Studenten mit Erfahrung im Umgang mit einer oder mehreren Dating-Apps. Bei allen wurden Einsamkeit und soziale Angst und zwanghafter Gebrauch erfasst.

Die Teilnehmer berichteten auch über negative Auswirkungen durch die Nutzung von Dating-Apps, wie Fernbleiben von Schule oder Arbeit.

Soziale Angst und Einsamkeit

Die psychologischen Befunde zeigen nicht überraschend, dass sozial ängstliche Teilnehmer es vorzogen, sich mit potentiellen Dating-Partnern online zu treffen und und nicht persönlich miteinander zu sprechen.

Aber das allein führte sie nicht dazu, zwanghaft Dating-Apps zu benutzen, sagte Coduto.

Fühlten sie sich einsam, verstärkte dies die Nutzung erheblich, sagte sie.

Diese Kombination führte zu zwanghaftem Gebrauch und dann zu negativen Folgen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Journal of Social and Personal Relationships – https://doi.org/10.1177/0265407519861153

Zusammenhänge zwischen sozialen Ängsten, Depressionen und der Nutzung von mobilen Dating-Apps

06.11.2020 Depressionssymptome und soziale Ängste sind mit der verstärkten Nutzung von mobilen Dating-Anwendungen (Dating-Apps) bei Frauen (stärkere Ausprägung) und Männern (geringere Ausprägung) verknüpft laut einer in Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking veröffentlichten psychologischen Studie.

Soziale Angst und Depressionssymptome

374 Teilnehmende füllten eine Online-Batterie von Fragebogen aus, die sich mit Psychopathologie und dem Gebrauch von Dating-Apps befassten. Symptome von sozialer Angst und Depression konnten dabei positiv mit dem Ausmaß des Gebrauchs von Dating-Apps verknüpft werden, und Symptome der Psychopathologie und des Geschlechts interagierten und zeigten verschiedene Motivationen für den Gebrauch von Dating-Apps.

Mit zunehmenden Symptomen sozialer Angst und Depressionen benutzten die teilnehmenden Frauen eher mobile Dating-Apps für die Suche nach sozialen Kontakten, insbesondere wenn alternative Formen des sozialen Kontakts aufgrund der sozialen Vermeidung in verringertem Maße vorhanden waren, so Studienautor Martin Antony und Koautoren vom Fachbereich Psychologie der Ryerson Universität.

Männer in der Studie benutzten mobile Dating-Apps für die Partnersuche umso weniger, je größer ihre sozialen Angst- und Depressionssymptome waren.

Zu den Motivationen

Es gab positive Verbindungen zwischen dem Gebrauch von Dating-Apps und sozialer Angst, die nur bei Frauen deutlich („Suche nach Liebe“, „Aufregung“, „Gelegenheitssex“) oder stärker verknüpft waren als bei Männern („Kommunikation leicht“).

Ähnliche Befunde ergaben sich bei Depressionssymptomen, wobei positive Assoziationen zwischen Dating-App-Nutzung und Depressionssymptomen bei Frauen stärker ausgeprägt waren als bei Männern („Leichte Kommunikation“, „Selbstwert-Bestätigung“, „Nervenkitzel“, „Gelegenheitssex“).

Die wichtigste Ausnahme im Befundmuster war, dass sich die Beziehung zwischen der „Selbstwert-Bestätigung“ und der sozialen Angst zwischen den Geschlechtern nicht deutlich unterschied.

Aufgrund des einander bedingten Charakters der vorliegenden Befunde konnten die Psychologen aber nicht feststellen, ob Personen mit mehr Symptomen von sozialer Angst und Depressionen eher Dating-Apps benutzen oder ob die Teilnehmer als Folge der Benutzung der Dating-Apps sozial ängstlicher und depressiver wurden.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking – doi.org/10.1089/cyber.2019.0561

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