Schizophrenie-Warnsignale – psychotische Symptome in Lebensmitte

Wahrnehmungsverzerrungen im späten Jugendalter prognostizieren psychotische Symptome im mittleren Lebensalter

05.08.2021 Schizophrenie wird oft erst im Erwachsenenalter diagnostiziert, in der Regel zwischen dem späten Teenageralter und Anfang 40. Gibt es Frühindikatoren, mit deren Hilfe sich vorhersagen lässt, welche Personen diese schwere psychische Krankheit entwickeln werden?

Forscher in der klinischen Psychologie und Psychiatrie versuchen seit langem, diese Frage zu beantworten. Neue Forschungsergebnisse von Mark F. Lenzenweger von der Binghamton University und dem Weill Cornell Medical College könnten den Weg weisen.

In „Schizotypy 17 years on: Psychotic symptoms in midlife“, die kürzlich im Journal of Abnormal Psychology veröffentlicht wurde, untersuchte Lenzenweger die Entwicklung psychotischer Symptome bei 191 Personen ohne psychotische Vorgeschichte; die Studienteilnehmer wurden zunächst in ihrem jungen Erwachsenenalter (17-18 Jahre) untersucht und dann mit Mitte 30 ein zweites Mal.

Lenzenweger fand heraus, dass subtile Wahrnehmungsunterschiede in den späten Teenagerjahren die Entwicklung von Halluzinationen, Wahnvorstellungen und in einigen Fällen auch von Psychosen im späteren Leben vorhersagten. Zu diesen frühen Wahrnehmungsverzerrungen gehörten eine verstärkte Wahrnehmung von Geräuschen oder Farben, Unsicherheit über die Grenzen des eigenen Körpers, das Gefühl, dass die Welt um sie herum schwankt, und ähnliche Erfahrungen.

Wir entdeckten, dass Menschen, die im Alter von 18 Jahren frei von psychotischen Erkrankungen waren, in der Lebensmitte Halluzinationen und Wahnsymptome zeigten, wenn sie schon früh viele sehr subtile Wahrnehmungsstörungen aufwiesen, sagte er.

Ängste und Depressionen spielten bei der Entwicklung psychotischer Symptome in der Lebensmitte keine Rolle, fügte er hinzu.

© psylex.de – Quellenangabe: Journal of Abnormal Psychology (2021). DOI: 10.1037/abn0000680

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