Soziale Netzwerke / Medien können Angststörungen verschlimmern

Die exzessive Nutzung sozialer Netzwerke beeinflusst den Schweregrad der Symptome bei Patienten mit Angststörungen

Soziale Netzwerke / Medien können Angststörungen verschlimmern

12.07.2022 Eine neue Studie mit 100 Menschen mit Angststörungen und 100 Kontrollpersonen hat gezeigt, dass eine „exzessive“ Nutzung von sozialen Netzwerken / Medien (SNS) die Symptome von Patienten mit Angststörungen verschlimmern kann.

In der Fachzeitschrift International Journal of Mobile Communications empfiehlt ein internationales Team, dass Psychiater und Psychologen die Nutzung sozialer Netzwerke bei der Beurteilung von Patienten und der Erstellung von Behandlungsempfehlungen berücksichtigen sollten.

Fikret Poyraz Çökmüş vom Manisa Mental Health and Diseases Hospital in Manisa, Türkei, Orkun Aydın und Pınar Ünal-Aydın von der International University of Sarajevo in Bosnien und Herzegowina und Kuzeymen Balıkçı von der Near East University in Nikosia, Türkische Republik Nordzypern, weisen darauf hin, dass es viele Studien gibt, die sich mit den Vor- und Nachteilen von Social-Networking-Sites befassen.

Den Ergebnissen zufolge korrelierten Zustandsangst und Eigenschaftsangst positiv mit den Ergebnissen der virtuellen Kommunikation bei Patienten mit Angststörungen. Die Eigenschaftsangst der Angstpatienten war mit beiden SMAS-Subtests (social media addiction scale) assoziiert; die Eigenschaftsangst stand jedoch nicht in einem Zusammenhang mit der problematischen Nutzung von SNS.

Negative Auswirkungen auf die Gesundheit, persönliche Beziehungen, Bildung und die allgemeine Lebensqualität

Tatsächlich haben zahlreiche Studien gezeigt, dass eine übermäßige Nutzung sozialer Netzwerke und sozialer Medien negative Auswirkungen auf die Gesundheit, persönliche Beziehungen, Bildung und die allgemeine Lebensqualität haben kann. Natürlich wird die Nutzung sozialer Netzwerke nur im Hinblick auf ihre negativen Auswirkungen auf diese Bereiche unseres Lebens als exzessiv definiert, und es gibt Millionen von Menschen, die diese Tools in ihrem Privat-, Freizeit- und Geschäftsleben positiv und ohne negative Auswirkungen nutzen.

Unabhängig davon, ob die Schlussfolgerungen positiv oder negativ ausfallen, haben die meisten Studien die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Allgemeinbevölkerung untersucht. Es mangelt an Studien, die sich mit der psychiatrischen Bevölkerung befassen, bei der die negativen Auswirkungen möglicherweise noch tiefgreifender sind.

Angststörungen sind gut bekannt und untersucht. Sie sind daher ein nützlicher Ausgangspunkt, um dem Mangel an Forschungsergebnissen über die psychiatrische Bevölkerung abzuhelfen. Die Schlussfolgerungen des Teams legen jedoch nahe, dass die negativen Aspekte der Nutzung sozialer Netzwerke sowohl die Allgemeinbevölkerung als auch Menschen mit Angststörungen betreffen können.

Die schädlichen Auswirkungen einer übermäßigen Nutzung von sozialen Netzwerken sollten jedoch bei der Beurteilung und Behandlung von Menschen mit diesem speziellen psychischen Problem ganz oben auf der Tagesordnung stehen.

Weitere Studien mit einer größeren Bevölkerungsstichprobe sind nun erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen und den Umfang der Forschung auf andere psychische Erkrankungen auszuweiten.

© Psylex.de – Quellenangabe: International Journal of Mobile Communications (2022). DOI: 10.1504/IJMC.2022.123774

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