Ligyrophobie Info, Erfahrungsberichte

Angststörungen – Phobien (weitere Phobien in der Phobie-Liste)

Angst vor lauten Geräuschen

Die Ligyrophobie gehört zu den spezifischen Phobien und bezeichnet die übergroße Angst vor lauten Geräuschen und vor allem vor Knallgeräuschen (bspw. platzende Luftballons oder Tüten, Feuerwerkskörper, Pistolenschüssen, Gewitter, Türenschlagen, lautes Klopfen etc.). Ähnliche Phobien sind: Akustikophobie und Phonophobie.

Erfahrungsberichte zu dieser Phobie finden Sie weiter unten.

Beiträge zu “Ligyrophobie Info, Erfahrungsberichte”

  1. Danke, dass es diese Seite gibt, ich merke grade zum ersten Mal in 40 Jahren, dass ich nicht alleine bin!
    Mir ist diese Angst so unangenehm und peinlich, ich habe den wenigsten Menschen davon erzählt und immer schlechte Erfahrungen gemacht. Meine Eltern meinten, ich soll mich nicht so anstellen, mein Mann macht sich vor den Kindern über mich lustig und bläst ihnen Ballons bis zum Anschlag auf – oder drüber. Ich habe schon einen Tag im Schlafzimmer eingeschlossen verbracht, weil ich mich nicht in den Rest der Wohnung getraut hab. Bei mir sind es Luftballons und Papiertüten, und Böller auch; ich habe mir schon als Kind angewöhnt, in Tüten vom Bäcker immer als erstes einen kleinen Riss unten rein zu machen, damit man sie nicht mehr aufblasen kann.
    Luftballons sind besonders schlimm, wenn sie maximal aufgeblasen sind, so ganz hart, und dann speziell in der Nähe von meinen Kopf. Da laufe ich sogar von meinen eigenen Kindern davon und aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen möchte ich ihnen nichts erzählen, weil sie es eines Tages gegen mich verwenden werden, wenn sie wütend auf mich sind. Das verstehen sie natürlich in dem Moment nicht und es bricht mir das Herz, aber ich kann nichts dagegen tun.

    Außerdem war ich mal in einem Fahrradladen, als draußen einer seinen Reifen zu stark aufgepumpt hat, und in der Nähe, als auf der Kirmes aus Versehen einer dieser metallischen Helium-Ballons zu stark befüllt wurde – der Knall war jeweils ohrenbetäubend und seitdem geht auch das nicht mehr in meiner Nähe.
    Ich kann zwar nichts gegen meine körperliche Reaktion machen (Herzrasen, schneller atmen, fliehen oder die Ohren zuhalten etc), schäme mich aber sehr dafür, und hab einige Zeit und all meinen Mut gebraucht, um das Thema überhaupt zu googlen.
    Immerhin das hat sich gelohnt, auch wenn hier anscheinend noch niemand die Angst überwunden hat..? Ich bin froh, dass ich jetzt weiß, dass es auch anderen so geht!

  2. Jetzt sitze ich hier an Silvester und bin auf der einen Seite völlig angespannt, auf der anderen Seite sehr erleichtert, dass es euch auch so (er)geht. Also es ist natürlich furchtbar, dass wir diese Ängste haben, aber schön zu lesen, dass man nicht alleine ist mit seiner „Macke“. Es ergibt jetzt alles einen Sinn!
    Ich liebe Hunde, aber ich hasse bellen. Deswegen mag ich die Großen Hunde, die bellen irgendwie kaum/ nie. So jedenfalls meine Erfahrung.
    Aber meine absoluten Endgegner:
    Silvester und Luftballons!
    Mir wurde ein Leben lang eingeredet, dass ich mich nicht so haben soll. Dass ich ja auf „Kinder-Raketen“ klar kommen muss.
    Oh mein Gott, ist es gut zu wissen, dass es eine Phobie ist. Bei mir ist es einfach das Geräusch! Ich kann auch zu keiner Pyronale oder auch nur in der Nähe sein. Es ist einfach das Geräusch und nicht die Angst, dass etwas passieren könnte.
    Über Luftballons brauche ich gar nichts zu sagen. Dieser Scheiß Trend seit Jahren mit irgendwelchen Luftballon-Schmuck seine Party cooler zu gestalten, damit man es fein posten kann, kotzt mich hart an. Diese dickeren Luftballons die man auf Jahrmärkten erwerben kann, sind aushaltbar für mich. Mit denen kann ich in einem Raum sein. Mit diesen normalen dünnen Plastikballons definitiv nicht.
    Bei mir geht es so weit, dass ich mich selbst vor dem Zerplatzen der Kaugummiblase erschrecke. Gewitter zuhause eingemurmelt im Bett, ist aushaltbar für mich. Draußen nicht zu ertragen für mich. Im Grunde genommen erschrecke ich mich bei jedem „knalligen“ lauten Geräusch.

    Schiere Angst- reine Panik kriege ich an Silvester (das Tippen dieser Nachricht hilft mir gerade klarzukommen) und wenn ich weiß, dass es gleich laut knallen/ platzen wird.
    Ich kenne kein Mittel dagegen (bin wegen meiner Panikstörung sowieso in Behandlung), weiß aber, dass ich -je ausgeglichener ich bin, desto weniger schrecke ich auf- immernoch mehr als der Rest, aber dann nicht mehr so doll körperlich und das Herz stolpert nicht immer gleich.
    Wünsche uns allen einfach einen liebevollen Umgang und viel Akzeptanz. Guten Rutsch in 2025

  3. Ich bin 46W und habe diese Angst seitdem Vorschulalter. Hauptsächlich Hunde, Böller und Luftballons, sektkorken und Silvester halte ich aus. Die Angst wird weniger mit Alkohol was aber keine Lösung ist. Therapien halfen nicht. Früher rechtfertige ich mich und durfte mir oft anhören dass ich mich nicht so anstellen soll, der Hund tut nichts etc. Ich schämte mich und versuchte auszuhalten was absoluter Blödsinn ist. Ich respektiere jede Angst anderer Menschen egal wie nichtig sie scheint und ich bekomme das nicht? Heute frage ich klar ob ein Hund vor Ort ist bevor ich da hingehe. Luftballons in einem Raum mit mir sind nicht erlaubt. Leute die mit mir diskutieren haben das letzte mal mit mir gesprochen. Mein Partner steht absolut hinter mir. Essen holen wir oder bestellen da ausgehen oft mit Hunden in Restaurants verbunden ist. Seit ich da so selbstbewusst bin, geht es mir besser. Nicht Menschen mit dieser Angst sind merkwürdig sondern die Leute die das nicht akzeptieren.

  4. Ich bin 19 (M) und lebe auf dem Land. Ich habe die Angst schon seit ich denken kann. Als Hobby gehe ich auf die Jagt und bin im Schießverein. Früher hatte ich auch mal Angst vor allem was ein Knall von sich gegeben hat. Heute kann ich an Silvester wieder Böller Anzünden. Nur wenn es um Luftballons geht da bin ich raus. Ich habe panischen Angst davor.
    Es hilft mir sehr das meine Familie und engsten Kollegen bescheid Wissen. so können sie mir helfen. In dem sie z.b denn Luftballon in einen anderen Raum bringen und dort Zerplatzen. Wir hatten auch schon 3 Abi streiche an der Schule. Ich wollte damals einfach nicht in die Schule gehen und habe mich vor die Schule gesessen und kein Millimeter bewegt. Meine Lehrperson hat mich müssen durch denn Hintereingang rein hollen damit ich denn Unterricht nicht verpasse. Heute habe ich noch immer Grosse Schwierigkeiten aber werde mit dem Thema Luftballons nicht mehr so viel konfrontiert.
    Ich wünsche allen die gleich wie ich sind gute Besserung.

  5. Hallo zusammen.
    Es ist irgendwie beruhigend zu wissen dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin, was mir bis dato nie in denn Sinn kam, da auf meine Abneigung/Angst immer nur mit komischen Blicken (frei nach dem Motto: „das Kind ist ja komisch“) reagiert wurde oder mit Sätzen wie: „stell dich nicht so an“. Ich bin mittlerweile 28 und reagiere seit mindestens 22 Jahren überempfindlich auf Hundegebell und Luftballons, später kamen dann noch Feuerwerk/Böller und Gewitter hinzu.
    Ich liebe Gewitter eigentlich, sie sind einfach faszinierend, aber seit einer ungewollten Fahrradfahrt durch eines, nur noch bei geschlossenem Fenster und am helllichten Tag. Sonst schreie ich vor Schreck/Angst vor dem folgenden Geräusch schon beim Blitz, da ich zusätzlich schon einmal bei einem Knall der Sekunden später ohrenbetäubend kam vor Schreck eine fluchtartige Drehung samt Sturz in’s Zimmer hingelegt habe.
    Auch die Zeit vor Silvester versuche ich Fenster weitestgehend geschlossen zu halten um Schreckmomente möglichst zu vermeiden, zu Silvester gehe ich in die unterste Etage des Hauses, da dort das Knallen am leisesten ist und höre Musik mit schalldämpfenden Kopfhörern. Ich kann dann, teilweise, nicht vor 2-3 Uhr schlafen gehen, da ja immer noch Raketen gezündet werden könnten.
    Ich suche auch alternative Wege um Hunden weitestgehend aus dem Weg zu gehen, was natürlich nicht immer möglich ist. Ich gehe NIEMALS ohne Kopfhörer und Musik aus dem Haus, allein der Gedanke es nicht übertönen zu können ist für mich unerträglich.
    Das schlimmste Ereignis das mir je wiederfahren ist, war das auf der Heimfahrt von der Arbeit (ca 20 Minuten mit dem Bus) kurz nach mir eine Frau mit kleinem Kind einstieg. Der Junge hatte einen Luftballon mit Plastikstil in der Hand. Es kam wie es kommen musste und sie setzten sich genau hinter mich. Ich konnte die ganze Fahrt, trotz ab einem gewissen Zeitpunkt fast schon schmerzhaft lauter Musik auf den Ohren, den Jungen am Ballon rumknautschen hören und habe jeden Moment damit gerechnet dass das Ding platzt. Ich bin dann extra eine Haltestelle früher ausgestiegen einfach um da raus zu kommen und war nach der Fahrt komplett durchgeschwitzt. Nicht aus dieser Situation fliehen zu können und der Gedanke was die Leute denken könnten, hätte ich mich sofort weggesetzt nachdem sie sich hinter mich setzten oder nach dem Platzen des Ballons unwillkürlich aufzuspringen und einen Schrei nicht zurückhalten zu können, war für mich so unerträglich, ich hätte heulen können.
    Ich habe nie eine Therapie gemacht oder bin damit zum Arzt gegangen, da ich bis heute gar nicht wusste das es so viele Menschen mit dem selben Problem gibt. Ich dachte immer nur, das ich halt Angst vor Hunden habe und sehr schreckhaft bin.
    Es ist wirklich beruhigend zu wissen dass ich nicht einfach „spinne“oder „komisch“ bin.
    Vielen Dank.

Was denken Sie darüber? Oder haben Sie Erfahrungen damit gemacht?


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