Neophobie (Angst vor Neuem)

Neophobie (Angst vor Neuem)

Angststörungen – Phobien (weitere Phobien in der Phobie-Liste)

Definition

Die Neophobie gehört zu den spezifischen Phobien und bezeichnet die krankhafte Angst vor Neuem bzw. Neuerungen, also unbekannten Situationen, Orten, Anforderungen, Personen etc. In gewisser Weise ist diese Phobie also eine autistische Angst bzw. viele Autisten leiden hierunter.

Neo oder nea kommt aus dem Griechischen und bedeutet neu.

Der Gegenspieler dieser Angst ist die Neugierde, der Wunsch, neue Dinge zu lernen, zu erfahren.

Stress durch Angst vor Neuem

Die andauernde Angst vor Neuem (Neophobie) kann die Lebenserwartung beträchtlich reduzieren. Diese Angst kann (so die Forscher) bereits im Alter von 14 Monaten festgestellt werden. Eine einzige Abweichung vom Gewohnten kann sie auslösen. Die betroffenen Menschen sind extrem schüchtern und entwickeln in jeder neuen Situation Angstgefühle.

Ratten mit Neophobie

Forscher um Sonia Cavigelli von der Univerität Chicago untersuchten Ratten mit Neophobie (laut Forscher mit Kleinkindern vergleichbar). Die Wanderratten (Rattus norvegicus) wurden einer neuen Umgebung ausgesetzt. Das Verhalten der Ratten wurde unter zuhilfenahme mehrerer Blutproben untersucht. Die Ratten wurden dann wieder aus dieser Umgebung entfernt. Es wurde eine Eigenschaft der neuen Umgebung verändert und anschließend die Ratten wieder zurückgebracht. Extrem ängstliche Ratten (bewegten sich nicht viel in der neuen Umgebung) hatten einen deutlich höheren Glucocorticoid-Hormon-Spiegel (Stress-Hormon) als entdeckungsfreudigere Ratten. Die gleichen Hormone werden in Notfällen oder bei Stress auch beim Menschen ausgeschüttet.

Kürzere Lebenserwartung

Im zweiten Teil der Studie untersuchten die Forscher vierzehn Lebensgemeinschaften (mit je 3 Ratten) in denen jeweils eine Ratte mit Neophobie war, von der Geburt bis zum Tod. Dabei stellte sich heraus, dass Ratten mit Neophobie bis zu sechs Monate früher verstarben als ihre Mitbewohner. Die ständig erhöhten Werte der Stress-Hormone beeinträchtigen der Betroffenen und richten körperliche Schäden an, die dann zum vorzeitigen Tod führen können.
Quelle: National Academy of Sciences (2003)

Weitere Forschungsartikel, News

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