Nomophobie

Nomophobie

Angststörungen-Phobien

Definition

Nomophobie (Abkürzung für „No-Mobile-Phone-Phobia“) ist ein vorgeschlagener Name für die Phobie, kein Mobilfunk / Smartphone oder Mobilfunknetz zu haben. Es wird als Symptom oder Syndrom der problematischen Nutzung digitaler Medien hinsichtlich der psychischen Gesundheit angesehen, dessen Definitionen nicht standardisiert sind.

Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale gehen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung der Nomophobie einher

10.09.2019 Eine psychologische Studie hat die Persönlichkeitsmerkmale ermittelt, die den Grad der Anfälligkeit für die sogenannte „Nomophobie“ erhöhen oder verringern, definiert als die Angst, sich außerhalb der Möglichkeit eines Mobilfunkkontaktes zu befinden – eine Phobie unserer Zeit.

Die an der Fakultät für Psychologie der Universität Granada durchgeführte Studie analysierte die Persönlichkeitsmerkmale, die zur Smartphone-Abhängigkeit beitragen können.

Symptom der Smartphone-Sucht


Bild: Gerd Altmann

Francisca López Torrecillas und Kollegen wollten ein tieferes Verständnis für Nomophobie gewinnen – einer der primären Abhängigkeiten auf dem Vormarsch in der Moderne – und ob es Persönlichkeitsprofile oder -merkmale gibt, die diese Technosucht, die laut den Forschern zu Schlafproblemen, Depressionen und anderen psychischen Problemen führen können, fördern oder verhindern können.

Dazu entwickelten die Psychologen zwei Tests, einen zur Beurteilung des Ausmaßes der Nomophobie und einen weiteren, der 240 Elemente umfasst und Temperament und Charakter misst. Die Tests wurden an fast 1.000 andalusischen Erwachsenen durchgeführt.

Schützende Faktoren

Unter den Schlussfolgerungen der Studie: Es gibt bestimmte Faktoren, die helfen, sich vor Nomophobie zu schützen, einschließlich Persönlichkeitseigenschaften wie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit anderen und eine Form der Spiritualität, die mit den persönlichen Wachstumsprozessen einhergeht – charakterisiert durch Menschen, die sozial tolerant, empathisch, hilfreich und mitfühlend sind, sagt die Psychologin.

Fördernde Faktoren

Im Gegensatz dazu präsentieren von Nomophobie betroffene Menschen Persönlichkeitsmerkmale, die mit einem belohnungsorientierten Verhalten, mit Eigeninteresse oder mit einer Persönlichkeit einhergeht, die eine positive Verstärkung von anderen braucht.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universität Granada

Diagnose, Prävalenz und Auswirkungen von Nomophobie – Ein Überblick

15.04.2020 Eine in Psychiatry Research veröffentlichte psychologische Forschungsarbeit von Anshika Arora und Pinaki Chakraborty von der University of Technology, New Delhi, erstellte einen Überblick zu Diagnose, Prävalenz und Auswirkungen von Nomophobie, der Angst, nicht über das Smartphone erreichbar zu sein.

Die Wissenschaftler fassten die Ergebnisse von 19 neueren Studien aus 11 Ländern zusammen und stellten fest:

  • Die Studien ergaben, dass 8,5 bis 22,1 Prozent der Menschen unter schwerer Nomophobie leiden.
  • Die Betroffenen zeigen nomophobisches Verhalten, wenn sie kein Mobiltelefon und keinen Internetanschluss haben.
  • Nomophobie wird durch Stress, Schlaflosigkeit und intensive Nutzung von Smartphones verschlimmert.
  • Nomophobie beeinträchtigt das tägliche Leben und kann mit achtsamkeitsbasierter (psychologischer) Beratung behandelt werden.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Psychiatry Research – https://doi.org/10.1016/j.psychres.2020.112975

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