Zahnbehandlungsphobie

Zahnbehandlungsphobie

Angststörungen – Phobien

Zahnbehandlungsphobie führt zu mehr Zahnverfall u. Zahnverlust

22.04.2017 Personen mit einer stark ausgeprägten Zahnbehandlungsangst – die sogenannte Zahnbehandlungsphobie – haben ein größeres Risiko für Zahnverluste bzw. Zahnverfall laut einer im Fachblatt British Dental Journal veröffentlichten psychologischen Studie des King’s College London.

Zahnverfall und Verlust an Lebensqualität

In der Studie wurde die Zahngesundheit von Menschen mit und ohne Zahnbehandlungsphobie verglichen.

Die Ergebnisse zeigten, dass Teilnehmer mit – auch Zahnarztphobie genannter – pathologischer Zahnbehandlungsangst mit größerer Wahrscheinlichkeit einen oder mehrere zerstörte Zähne, sowie fehlende Zähne hatten. Außerdem fand die Studie, dass Teilnehmer mit Zahnbehandlungsängsten über eine geringere Lebensqualität berichten.

Kurzfristige Behandlungen werden bevorzugt

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Bild: Klaus Hausmann

Die Forscher vermuten den Grund darin, dass viele Menschen mit Zahnbehandlungsphobie es vermeiden, einen Zahnarzt regelmäßig aufzusuchen, um dentalen Schäden vorzubeugen. Das Forscherteam stellte auch fest, dass phobische Patienten beim Zahnarztbesuch eher kurzfristige Lösungen bevorzugen – wie z.B. eine Zahnextraktion – als langfristige Versorgungspläne.

Die Angst vor dem Aufsuchen des Zahnarztes ist weit verbreitet und wird zu einer Angststörung (Phobie), wenn es einen beherrschenden Einfluss auf das (psychische) Wohlbefinden hat.

Die Wissenschaftler analysierten die Daten aus der Adult Dental Health Survey (2009) mit insgesamt 10.900 Teilnehmern, von denen 1.367 (344 Männer und 1.023 Frauen) als zahnbehandlungsphobisch identifiziert wurden.

Psychologische und soziale Auswirkungen

Diese Phobie kann einen großen Einfluss auf die Lebensqualität eines Menschen haben, einschließlich seines physiologischen, psychologischen, sozialen und emotionalen Wohlbefindens, sagte Studienautorin Dr. Ellie Heidari vom Dentalinstitut der Universität.

Andere Forschungsbefunde fanden bereits heraus, dass Zahnbehandlungsphobiker negative Emotionen wie Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, generelle Angst und weniger Lebenskraft zeigen. Auch wird z.B. Lächeln wegen des psychischen Unwohlseins aufgrund der schlechten Zähne vermieden.

Die Studienbefunde fanden heraus, dass Personen mit Zahnbehandlungsphobie zu einer Reihe von Zahnerkrankungen neigen, die sich aus ihrer Vermeidung der Zahnbehandlung ergaben, sagte Studienautor Professor Tim Newton.

Überwindung und Prävention

Idealerweise würden wir ihnen helfen wollen, ihre krankhafte Zahnbehandlungsangst zu überwinden und den Zahnarzt aufzusuchen, aber in der Zwischenzeit können wir ihnen vielleicht mit dem Rat helfen, ihre Zahnpflege überaus gründlich vorzunehmen, rät der Wissenschaftler vom King’s College Zahninstitut.

Wenn diese Patienten hinsichtlich einer guten Zahnpflege detailiert instruiert werden, können Zahnärzte dafür sorgen, akute Bedingungen mit einer vorbeugenden Pflege zu reduzieren, schlossen die Zahnforscher.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: King’s College London, British Dental Journal; April 2017

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