Soziale Phobie: Metakognitive Therapie

Psychische Störungen - Angststörungen

Metakognitive Therapie im Vergleich zu Paroxetin

21.12.2016 Eine in der Zeitschrift Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlichte Studie der Norwegian University of Science and Technology und der University of Manchester verglich die Wirksamkeit von Paroxetin und einer Überarbeitung der kognitiven Therapie (KT) - von den Psychologen 'Metakognitive Therapie' genannt - bei der Behandlung von sozialer Angststörung - auch als soziale Phobie bekannt.

Metakognitive Therapie

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Bild: Gerd Altmann

Die Psychologen Hans M. Nordahl und Kollegen überarbeiteten die übliche kognitive Therapie und erweiterten sie um neue Verarbeitungsprozesse, die eine größere Wirksamkeit zeigten.

Diese sogenannte 'Metakognitive Therapie' arbeitete mit den Gedanken der Patienten, und den Reaktionen und Annahmen über diese Gedanken. Sie richteten ihre Aufmerksamkeit auf das Grübeln und die Sorgen bezüglich des Verhaltens der Patienten in sozialen Situationen.

Neue therapeutische Elemente sind dabei das Lernen, wie die Aufmerksamkeitsprozesse zu regulieren sind, und das Training mentaler Aufgaben, sagte Nordahl.

KT vs. Paroxetin vs. Kombination vs. Placebo

Insgesamt 102 Patienten wurden zufällig vier Behandlungsgruppen zugeteilt:

Die Behandlung dauerte 26 Wochen. Von den 102 Patienten erfüllten 54 % die Kriterien für die zusätzliche Diagnose einer vermeidenden / selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung. Unmittelbar und 12 Monate nach der Behandlung wurden die Symptome erfasst.

Es zeigte sich, dass die Metakognitive Therapie (MKT) wirksamer war als Paroxetin allein und als Placebo am Ende der Behandlung, jedoch nicht erfolgreicher als die Kombinationsbehandlung.

Die MKT-Gruppe hielt ihre Vorteile über 12 Monate aufrecht und war immer noch besser als Placebo und Paroxetin allein, wohingegen es keine deutlichen Unterschiede zwischen der Kombinationsbehandlung, Paroxetin allein und Placebo gab.

Die Genesungsraten nach 12 Monaten betrugen: MKT-Gruppe 68 %, Kombinationsgruppe 40 %, Paroxetin 24 %, Placebo 4 %.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Norwegian University of Science and Technology, Psychotherapy and Psychosomatics - DOI: 10.1159/000447013; Dez. 2016

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