Anorexie, Magersucht: Eine Gewohnheit?

Anorexie – Magersucht – Anorexia Nervosa
Eine Gewohnheit?

Psychische Störungen – Gestörtes Essverhalten

Eine Gewohnheit?

Ist Anorexie eine Gewohnheit?

19.10.2015 Forscher der Universitäten New York und Columbia haben herausgefunden, dass Anorektikerinnen bei der Auswahl ihres Essens einen mit Gewohnheiten und Sucht verbundenen Gehirnbereich aktivieren.

Ein stark stereotypes Merkmal dieser Krankheit ist das ständige Suchen nach und Auswählen von kalorienarmen, fettarmen Nahrungsmitteln trotz des Wunsches der Person nach einer Veränderung dieses Verhaltens. Die zugrundeliegenden Gehirnmechanismen hinter dieser anhaltenden und einschränkenden Essstörung sind noch unklar.

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In der gegenwärtigen Studie benutzten Forscher funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), um die Aktivität im Gehirn von 21 Frauen mit Anorexie und 21 gesunden Personen in Echtzeit zu überwachen, während sie eine Reihe von Entscheidungen hinsichtlich ihres Essens trafen.

Aktivierung des dorsalen Striatum

Wie erwartet, wählten die Magersüchtigen durchgehend weniger fette Lebensmittel.
Außerdem unterschieden sich auch die für die Entscheidungen aktivierten Gehirnregionen: Die Teilnehmerinnen mit Anorexie aktivierten für ihre Wahl das dorsale Striatum – eine Gehirnregion, die mit der Ausbildung und Kontrolle von Gewohnheiten verbunden ist.

Und die Aktivierung des frontostriatalen Netzwerks während des Versuchs sagte vorher, wie viele Kalorien sie am nächsten Tag konsumieren wollten.

Diese Befunde sind die ersten objektiven Daten, die Anomalien in der Gehirnaktivität mit der charakteristischen einschränkenden Lebensmittelauswahl von Anorektikerinnen verbinden.

Neue Behandlungsmöglichkeiten

Die Forscher glauben, dass diese Befunde ganz neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen und das Verständnis der Krankheitsmechanismen erweitern.

„Wir sind schon dabei, eine neue Psychotherapieintervention zu entwickeln, die auf den Prinzipien der Umkehrung maladaptiver (fehlangepasster) Verhaltensgewohnheiten basieren“, sagte Studienautorin Joanna Steinglass.

„Wenn wir unser Verständnis der Gehirnmechanismen verbessern, könnten neue Ziele für Medikamente auftauchen.“

Die Befunde der in der Zeitschrift Nature Neuroscience veröffentlichten Studie stellen auch einen Zusammenhang zwischen Anorexia nervosa und Störungen wie Drogenmissbrauch, pathologisches Spielen und anderen Erkrankungen her, die mit den Entscheidungsprozessen und starker Aktivierung im dorsalen Striatum einhergehen, fügte Koautorin Daphna Shohamy hinzu.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universitäten New York und Columbia, Nature Neuroscience; Okt. 2015

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