Depression und Arthrose

Depression und Arthrose

Depressive Störung – Begleiterkrankungen

Depressive haben ein erhöhtes Risiko für Arthrose und Arthritis

03.04.2015 Forscher konnten einen Zusammenhang zwischen depressiven Störungen und einem erhöhten Risiko für körperliche Erkrankungen – insbesondere für Krankheiten der Gelenke wie Arthrose und Arthritis – feststellen.

Wissenschaftler der Universitäten Bochum und Basel untersuchten Daten von 14.348 Personen in der Schweiz (15 Jahre und älter).

Erhöhtes Risiko für körperliche Erkrankungen

Die Befunde zeigten, dass Menschen mit einer Depression ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von körperlichen Krankheiten hatten.
Etwa ein Drittel der Befragten litt unter mindestens einer physischen Krankheit.

Sie hatten aber insbesondere ein erhöhtes Risiko für degenerative und entzündliche Erkrankungen der Gelenke.

Arthrose, Arthritis

Die Forscher wollen die Verbindung zwischen Arthrose, Arthritis und Depression nun genauer untersuchen, denn es gibt mehrere mögliche Ursachen:

  1. Depression könnte zu einer körperlich geringeren Aktivität und damit zur Entwicklung von Gelenkproblemen beitragen, oder
  2. Menschen mit Gelenkerkrankungen könnten aufgrund ihrer Behinderung sozial isoliert und deshalb depressiv werden, oder
  3. entzündliche Mechanismen sind die Ursache. Diese sind oftmals die Ursache für Gelenkkrankheiten und neuerdings wird ihnen auch eine Rolle bei der Entwicklung von Depression zugedacht.

Studienautor Gunther Meinlschmidt sagt in der Zeitschrift Frontiers in Public Health: „Ein besseres Verständnis für den Zusammenhang zwischen Depressionen und körperlichen Erkrankungen bildet die Grundlage für eine bessere Gesundheitsversorgung für Personen, die sowohl psychische als auch körperliche Beschwerden haben“.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Universitäten Bochum u. Basel, Frontiers in Public Health; April 2015

Kniearthrose: Depressive Symptome stehen im Zusammenhang mit der Schwere der Erkrankung

25.06.2018 Die Ergebnisse einer auf dem Europäischen Jahreskongress für Rheumatologie (EULAR 2018) vorgestellten Studie zeigen, dass bei Personen mit röntgenologischer Kniearthrose eine verringerte körperliche Leistungsfähigkeit und ein höheres strukturelles Krankheitsrisiko mit einem höheren Risiko für depressive Symptome verbunden sind.

Kniearthrose ist eine chronische und belastende Erkrankung, die weltweit eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen und funktionelle Einschränkungen ist.

Komorbidität (Begleiterkrankung)

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Bild: kai stachowiak

Depressive Symptome sind eine häufige Komorbidität, von der jeder fünfte Patient betroffen ist, doppelt so viele wie in der Allgemeinbevölkerung.

Darüber hinaus gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass psychologische Faktoren einen signifikanten Einfluss auf Schmerzen und körperliche Funktion bei Kniearthrose-Patienten haben.

Trotzdem werden depressive Symptome in der Behandlung durch Rheumatologen oft unterschätzt und können daher bei Menschen mit Arthrose zu kurz kommen, schreibt Alan M. Rathbun von der Universität Maryland.

Die Studie untersuchte drei Prädiktoren für die Schwere der Kniearthrose:

  • die strukturelle Ausprägung (Breite des Gelenkspaltes),
  • die körperliche Leistungsfähigkeit (Ganggeschwindigkeit) und
  • den Schmerz (Subskala des WOMAC-Index).

Alle Werte wurden als zeitgemittelter Schweregrad operationalisiert und zu Quintilen gruppiert, und die Ergebnisse zeigten, dass depressive Symptome bei zwei der drei Prädiktoren mit einem erhöhten Schweregrad verbunden waren.

In der Reihenfolge der zunehmenden Größe betrugen die Odds Ratios, die die höchsten mit den niedrigsten Schweregraden verglichen

  • 1,60 für Schmerzen,
  • 2,08 für Ganggeschwindigkeit und
  • 2,25 für die Breite des Gelenkspaltes.

Geeignete Teilnehmer (n=1.652) wurden aus der Osteoarthritis Initiative ausgewählt, die bei Studienbeginn als nicht depressiv eingestuft wurden.

Der Schweregrad der Kniearthrose wurde zu Beginn der Studie anhand der Gelenkspaltbreite, der 20-Meter-Ganggeschwindigkeit und der Schmerzen und anschließend bei drei jährlichen Kontrollbesuchen beurteilt.

Diese Schweregrade wurden zu jedem Zeitpunkt als gleitender Durchschnitt bewertet und dann in Quintile eingeteilt. Das Auftreten depressiver Symptome wurde bei vier jährlichen Kontrollbesuchen mit Hilfe der CES-D-Skala beurteilt.

Statistische Berechnungen und Analysen werteten den Zusammenhang zwischen den einzelnen Krankheitsschweregraden der Arthrose und dem Auftreten depressiver Symptome aus.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Abstract number: OP0003, DOI: 10.1136/annrheumdis-2018-eular.7224

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