Sind psychisch Kranke gefährlich?

Sind psychisch Kranke gefährlich?

Klinische Psychologie – psychische Krankheitsbilder

Umfrage: Viele nehmen Menschen mit psychischen Erkrankungen als gefährlich wahr

08.10.2019 Viele Menschen nehmen Personen mit psychischen Erkrankungen, einschließlich Schizophrenie, als gefährlich für andere wahr und unterstützen die Zwangsbehandlung bzw. Zwangsmaßnahmen laut einer in Health Affairs veröffentlichten Studie.

Bernice A. Pescosolido von der Indiana University in Bloomington und Kollegen nutzten Daten aus drei National Stigma Studies (1996, 2006 und 2018), um über einen Zeitraum von 22 Jahren Trends in der öffentlichen Wahrnehmung zu Gewalt und die Unterstützung von Zwangsbehandlungen zu untersuchen.

Stigmatisierung und Behandlung psychischer Erkrankungen

Die Befragten erhielten eine von drei Darstellungen von Personen, die klinische Kriterien für psychische Störungen erfüllten oder eine Person mit nichtklinischen „Alltagsproblemen“ beschrieben.

Die Forscher fanden heraus, dass über die untersuchte Zeitspanne die Wahrnehmungen über potenzielle Gewalt / die Gefährlichkeit und die Unterstützung von Zwangsmaßnahmen generell zunahm, insbesondere die Einschätzung der Gefährlichkeit von Schizophrenen. (Über die tatsächliche Gefährlichkeit von Schizophrenen berichteten wir hier: zu den Straftaten, zur Kriminalität von Schizophrenen; zur Gewalt von Schizophrenen.)

  • Bis 2018 sahen mehr als 60 Prozent der Befragten Menschen, die die Kriterien für Schizophrenie erfüllten, als gefährlich für andere an, während die Zwangsbehandlung von 44 bis 59 Prozent der Befragten unterstützt wurde.
  • 68 Prozent der Befragten empfanden Menschen mit Alkoholabhängigkeit als gefährlich für andere, und Zwangsbehandlungen wurde von 26 bis 38 Prozent unterstützt.
  • Niedrigere, aber erhebliche Prozentsätze der Befragten gaben an, Menschen mit Depressionen und Menschen mit nichtklinischen täglichen psychischen Problemen als gefährlich zu empfinden.

Es scheint, dass wissenschaftliche Erkenntnisse die öffentliche und politische Rhetorik um Massenmorde – die Gewalt und psychische Erkrankungen verbinden – nicht korrigieren können, schreiben die Autoren.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Health Affairs – https://doi.org/10.1377/hlthaff.2019.00702

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