Psychische Erkrankungen u. chronisch-entzündliche Darmerkrankung

Klinische Psychologie – Psychische Krankheiten

Psychische Störungen, Erkrankungen
und Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen





Erhöhtes Risiko für psychische Krankheiten bei Kindern mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

19.08.2019 Kinder mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (IBD) haben ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen laut einer in JAMA Pediatrics veröffentlichten Studie.

Es ist bereits bekannt, dass Erwachsene mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn) ein erhöhtes Risiko für psychiatrische Störungen haben. Eine neue Studie zeigt nun, dass Kinder mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) auch ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen haben.

Mehr als 6.400 Kinder mit CED, geboren zwischen 1973 und 2013, wurden in die Studie der Forscher um Agnieszka Butwicka vom Karolinska Institutet einbezogen. Anhand von Bevölkerungsregistern verglichen die Forscher das Risiko für psychiatrische Erkrankungen im späteren Leben sowohl mit gesunden Kindern aus der Allgemeinbevölkerung als auch mit den eigenen Geschwistern der Patienten.

Häufigkeit

verdauung

Durch den Vergleich der Patienten mit ihren Geschwistern konnte eine Vielzahl von so genannten Störfaktoren wie Sozioökonomie, Lebensstil und Vererbung berücksichtigt werden – Faktoren, von denen bekannt ist, dass sie das Risiko für psychische Störungen bei Kindern beeinflussen.

Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 9 Jahren erhielten etwa 17 Prozent der Kinder mit CED eine psychiatrische Diagnose, verglichen mit knapp 12 Prozent der gesunden Kinder und etwa 10 Prozent der Geschwister.

Das bedeutet, dass das Risiko für psychische Störungen bei Kindern mit CED 1,6 mal höher war als bei schwedischen Kindern aus der Allgemeinbevölkerung. Ebenso war das Risiko für die Kinder mit CED für psychische Gesundheitsprobleme größer als für ihre Geschwister.

Psychische Probleme

Das höhere Risiko bezog sich auf eine Reihe von psychiatrischen Diagnosen wie Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen, ADHS und Autismus-Spektrum-Störungen.

Es bestand auch ein höheres Risiko für Suizidversuch nach Erreichen des Erwachsenenalters.

Das Risiko für psychische Probleme war im ersten Jahr einer chronisch entzündlichen Erkrankung am größten. Das Risiko war besonders hoch bei Kindern, bei denen vor dem Alter von 6 Jahren eine CED diagnostiziert wurde, und bei Kindern von Eltern mit psychiatrischen Erkrankungen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: JAMA Pediatrics – doi:10.1001/jamapediatrics.2019.2662

Entzündliche Darmerkrankungen können das Risiko für psychiatrische Störungen erhöhen

03.04.2021 Eine entzündliche Darmerkrankung (wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa; Abk.: CED) im Erwachsenenalter ist mit einem erhöhten Risiko für psychiatrische Störungen und Suizidversuche verbunden laut einer im Journal of Crohn’s and Colitis veröffentlichten Studie.

Dr. Jonas F. Ludvigsson vom Karolinska Institutet in Solna, Schweden, und Kollegen untersuchten das Risiko für psychische Erkrankungen und Suizid bei erwachsenen Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen anhand von Daten aus einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie in Schweden (1973 bis 2013). Die Analyse umfasste 69.865 erwachsene CED-Patienten (Colitis ulcerosa: 43.557 Patienten; Morbus Crohn [CD]: 21.245 Patienten; CED-unklassifiziert: 5.063 Patienten) im Vergleich zu 3.472.913 Kontrollen aus der Allgemeinbevölkerung und 66.292 Geschwistern.

Zeitpunkt der Diagnose

Die Forscher fanden heraus, dass während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 11 Jahren bei 10,7 Prozent der CED-Patienten erste psychische Störungen auftraten (Inzidenzrate: 8,4 pro 1.000 Personenjahre) im Vergleich zu 9,9 Prozent in der Allgemeinbevölkerung (Inzidenzrate: 6,6), was zu 1,8 zusätzlichen psychiatrischen Morbiditäten pro 100 Patienten führte (Hazard Ratio [HR]: 1,3).

Das höchste Risiko für die psychiatrische Gesamtmorbidität wurde im ersten Jahr nach der CED-Diagnose festgestellt (HR: 1,4).

Patienten mit extraintestinalen Manifestationen (außerhalb des Darmkanals) hatten ebenfalls ein höheres Risiko für psychiatrische Erkrankungen (HR: 1,6).

Suidzidrisiko

Alle CED-Typen waren mit einem erhöhten Risiko für Suizidversuche verbunden (HR: 1,2 bis 1,4), während vollendete Suizide besonders mit Morbus Crohn (HR, 1,5) und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen im höheren Lebensalter (Diagnose im Alter von >60 Jahren; HR: 1,7) assoziiert waren.

Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sollten psychologisch betreut werden, insbesondere solche mit extraintestinalen Manifestationen und mit CED im höheren Alter, schreiben die Autoren. Diese Nachsorge sollte innerhalb des ersten Jahres nach der CED-Diagnose erfolgen.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Journal of Crohn’s and Colitis, jjab039, https://doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjab039

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