Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Einfluss psychologischer Faktoren

Relativer Beitrag der Krankheitsaktivität und der psychischen Gesundheit zur Prognose der entzündlichen Darmerkrankung während einer 6,5-jährigen Langzeitbeobachtung

20.04.2022 Bei Erwachsenen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD bzw. CED) sind psychologische Faktoren eine wichtige Einflussgröße für eine schlechte Prognose. Dies geht aus einer in Gastroenterology veröffentlichten Studie hervor.

Keeley M. Fairbrass vom St. James’s University Hospital in Leeds, England, und Kollegen untersuchten den relativen Beitrag einer schlechten psychischen Gesundheit und der klinischen oder biochemischen Aktivität zur Prognose bei 718 Erwachsenen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen bei einer Nachbeobachtungszeit von 6,5 Jahren.

Die Forscher fanden heraus, dass Personen mit klinischer Aktivität und Symptomen einer häufigen psychischen Störung im Vergleich zu Personen mit klinischer Remission ohne Symptome einer häufigen psychischen Störung bei Studienbeginn einen erhöhten Bedarf an Glukokortikoidverschreibungen hatten oder mehr Schübe, Eskalation und Tod aufwiesen (Hazard Ratios: 2,36, 1,65 bzw. 4,99).

Die Raten waren nicht signifikant höher bei Personen mit klinischer Remission und Symptomen einer allgemeinen psychischen Störung bei Studienbeginn oder bei Personen mit klinischer Aktivität ohne Symptome einer allgemeinen psychischen Störung.

Ebenso waren die Raten für die Verschreibung von Glukokortikoiden, Eskalation, Krankenhausaufenthalte und Tod bei Personen mit biochemischer Aktivität und Symptomen einer häufigen psychischen Störung signifikant höher (Hazard Ratios: 2,48, 2,97, 3,10 bzw. 6,26).

„Diese Daten legen nahe, dass häufige psychische Störungen ein Risikofaktor für eine schlechte Prognose bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind. Ihr Vorhandensein sollte routinemäßig untersucht werden und, falls vorhanden, als therapeutisches Ziel in Betracht gezogen werden“, schreiben die Autoren.

© Psylex.de – Quellenangabe: Gastroenterology – DOI:https://doi.org/10.1053/j.gastro.2022.03.014

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